Der Film zeigt ein Wochenende bei einer Familie, irgendwo an der Küste Japans. Man kommt dort zusammen, um den Todestag des ältesten Sohnes zu begehen, und wie bei Familien nicht unüblich klappern so manche Skelette in den Schränken, wie man im Englischen sagt. Es gibt kleine Spannungen, nichts bricht größeren Wutausbrüchen Bahn – es zeigen sich aber die unterschiedlichen Betrachtungsweisen gesellschaftlicher Normen bei den Großeltern und den Eltern; auch die Unbefangenheit der Kinder. Die Rolle des Kindes aus erster Ehe des verbliebenen Sohnes fanden wir besonders stark. Wie überhaupt die Kinder – eigentlich alle – besonders natürlich wirkten. Dass dann doch unter dieser sanften Oberfläche immer wieder kleine Bosheiten auftaten, belebte den Film: Der verstorbene Sohn rettet ein Kind aus dem Meer, kam dabei aber selbst ums Leben. Aus Rache, wird der nun junge Erwachsene jedes Jahr eingeladen und muss gequält Reue zeigen.
Die Schauspieler*innen: Großmutter: Kirin Kiki (15.01.1943–15.09.2018, eine umfassende Filmografie ab 1968 bei Wikipedia), die in vielen Kore-eda-Filmen eine Rolle hatte. Der grummelige Großvater: Harada Yoshio (29.02.1940–19.07.2011) tummelte sich in der Filmgeschichte Japans über Jahrzehnte. Zitat von Wikipedia: “According to the critic Mark Schilling, Harada was ‘a favorite of generations of Japanese helmers for his rugged features, low, rumbling voice and distinctive presence, with shades of darkness and wildness that made him a natural for antihero roles in his youth.’”
Die Tochter des Hauses: You spielte auch die abtrünnige Mutter im letzte VC-Kore-eda, den wir zusammen guckten, Nobody Knows. Sie begann als Model, wurde Sängerin der Band Fairchild, kam zum Radio, dann TV und schließlich Kino. Ihr Mann: Kazuya Takahashi war früher Sänger und Bassist in der Rockband Otokogumi; er ist uns in The Light Shines Only There begegnet. Der überlebende Sohn: Hiroshi Abe ist uns zuvor in Survive Style 5+ begegnet; auch in späteren Kore-edas hatte er eine Rolle. Dessen, schon zum zweiten Mal verheiratete, Ehefrau: Yui Natsukawa spielte auch bei Kore-eda-Filmen mit.
Deren Sohn: Shohei Tanaka, TV und weiterer Kore-eda-Film.
Kritiker*innen mögen den Film; beim BFI wird er “sublime“ genannt. Hier ein längerer Blog-Post.
Ach so, offenbar hat Kore-eda für den Film an der eigenen Biografie bedient. Und auf dem Set wurde viel improvisiert.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen