Freitag, 29. Dezember 2023

Dream Scenario (Kristoffer Borgli, 2023)

Der letzte VC des Jahres war hybrid, obwohl alle Teilnehmer in Hamburg waren: Silke, Abo und Carmen haben aus der Ferne mitgeguckt – von drei verschiedenen Sofas aus – während Miriam, Sven, Andreas, Maren, Heidrun und Stefan sich in der Sartoriusstraße versammelt haben.

Vorab gab es die Spongebob Squarepants-Folge Sleepy Time, in der Spongebob in einer Nacht die Träume aller bekannten Bikini-Bottom-Bewohner heimsucht. Im Hauptfilm ist es dann Nicholas Cage als mittelalter Biologie-Dozent Paul Matthews, der plötzlich weltweit in den Träumen anderer Menschen auftaucht. Dieser wunderbar durchgeknallten Ausgangsidee  wird der kaufmaneske Film des Norwegers Kristoffer Borgli zum Glück bis zum Schluss gerecht, wenn er auch nicht ganz das Niveau des deutlich verwandten Being John Malkovich erreicht.

Abo fand den Film doof, alle anderen haben sich mindestens gut unterhalten gefühlt, so mein Eindruck. Für Svens Geschmack war es allerdings doch zu viel Nonsens und zu wenig Gehalt und die Brüder Sedlmair haben sich ein bisschen daran gestört, dass zwischen der ersten Hälfte des Films, in der Paul durch seine Traumauftritte berühmt wird und der zweiten Hälfte, in dem die Träume zu Alpträumen werden und Paul drastische Konsequenzen zu spüren bekommt, die Szene von der Begegnung Pauls mit einer jungen Frau steht, die von Sex mit ihm träumt und das in der Realität nachspielen will. Andreas und Stefan meinten, dass das so gemeint sein könne, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dieser Szene und der Veränderung der Träume zu Alpträumen gibt und das sei dann doof. Und wenn das nicht so gemeint sei, dann sei das „ein Drehbuchfehler“. Ich habe den Kritikpunkt immer noch nicht richtig verstanden und bin einfach nur froh darüber, dass sich das aus meiner Sicht brillante Drehbuch einen feuchten Dreck um Konventionen schert.

So peinlich und unangenehm wie in der besagten Szene habe ich übrigens noch nie Sex in einem Film dargestellt gesehen. Wirklich beeindruckend. Wie überhaupt der ganze Film: die Schauspieler, die ganze Inszenierung, bei der man nie sicher sein konnte, was eine Traumszene ist und was Wirklichkeit, die Ausstattung, die Kostüme (wie glaubwürdig Cage allein aussieht!), die Locations, Licht und Kamera, alles toll.

Miriam, Maren und Heidrun haben sich mit Äußerungen zum Film eher zurückgehalten und sehen das alles vielleicht ganz anders. Ich bitte gegebenenfalls um Kommentare.

Der Eintrag bleibt vorerst bilderlos, weil (zumindest von meinem Rechner aus) das Einfügen von Fotos zur Zeit nicht funktioniert.


2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Fürs Protokoll: Carmen hat gestern Dream Scenario auch mit geguckt und fand den Film ziemlich gut mit Abstrichen bezüglich des Endes. Die Idee der Träume fand sie sehr gut und vor allem auch die Darbietung von Nicolas Cage. Dem kann ich mich nur anschließen. Letzteres ist gestern gar nicht gewürdigt worden, dafür aber Paul als Figur harsch kritisiert. Ich fand ihn aber eher bemitleidenswert als schrecklich. Der ganze Film war ja eine totale One-Man-Show und das hat Cage großartig gemacht. (Sven im Salon)

Silke hat gesagt…

Fürs Protokoll: Silke war nicht in HH, sondern in S-H