Evil Spirits of Japan – wo ich den Film herhatte, weiß ich nicht mehr. Den Titel fand ich toll und beim Anfangangucken gefiel mir die Musik und die Meta-Ebene, dass die Stimmen aus dem Off über die im Bild zu sehende Figur sprachen.
Es ging uns allen so, dass wir die Story nicht wirklich verstanden hatten. Wir haben uns gegenseitig versucht, Erläuterungen zu geben. Im Netz steht dann einfach: zwei identisch aussehende Männer aus konträren Milieus (Yakuza und Polizei, letzterer ein Ex-studentischer-Aktivist) tauschen ihre Rollen. Da beide Figuren vom selben Schauspieler dargestellt werden, ist häufig unklar, was wie gerade passiert. Zum Ende des Film scheinen beide dann auch vielleicht ein- und dieselbe Person zu sein. Es gibt zwei konkurrierende Yakuza-Familien, in die der Polizist eingeschleust wird. Der Yakuza guckt sich derweil bei der Polizei um und weiß dabei gewonnene Informationen entsprechend einzusetzen. Das Verwechslungsspiel erstreckt sich aber auch auf die Frauenbeziehungen. Die weiblichen Protagonistinnen, die sich für die Männer interessieren, sind verwirrt, warum der eine sich nicht erinnert oder irgendwie komisch ist. Die Story basiert auf dem Roman eines jung verstorbenen, im Westen unbekannten Autors, Kazumi Takahashi.Zwischendrin taucht immer wieder ein Gitarrist auf, zu Beginn mit E-Gitarre auf einem Dach, später zunehmend akustisch oder akustisch auf einer E-Gitarre, sodass die anfängliche Prog-Rock-Musik immer mehr zu einem Folk-Singer-Songwriter-japanischer-Donovan übergeht. Das kam in der abschließenden Telko-Runde ziemlich gut an. Wie eigentlich der Film überhaupt, obwohl alle Schwierigkeiten hatten der Geschichte zu folgen. Manche hatten sich vorzeitig vom Film verabschiedet (ABo und Gunnar). Jedenfalls redeten wir über den Film etwas über eine Stunde, kamen immer wieder darauf zurück. Einzelne Szenen wurden besprochen, der Regisseur und Film recherchiert. Rene begeisterte sich für die Vielzahl kleiner Ideen.
Silke kritisierte noch den voyeuristischen Kameraeinsatz zu Beginn und das 2-malige aggressive Männergebaren zum Ende hin. Das wurde noch kontrovers besprochen.
Background: Kazuo Kuroki kommt vom Dokumentarfilm. Es gibt ein Interview mit ihm, in dem auch von „Evil Spirits of Japan“ die Rede ist – weniger inhaltlich, als auf die Produktionen jener Zeit und vor allem mit dem japanischen Art-House Film-Produzenten Art Theater Guild.
Zu den weiteren Akteuren: der immer wieder auftretende Sänger kann Yoshio Hayakawa gewesen sein. Der war Mitglied einer japanischen Psych-Folk-Band namens „Jacks“. Deren Album „Vacant World“ klingt ziemlich ähnlich – jedenfalls der Song „Love Generation“, den ich bei Youtube gefunden habe. Mehr zur Band gibt es auf der Website Garagehangover zu lesen.
folgenden Blog-gelisteten VC Filmen spielte er mit: Cruel Story of Youth, Kuroneko,
Der Pachinko-Besitzer (Nebenrolle) ist richtig bekannt, hier auch noch in Insect Woman, Pigs and Battleshipships gesehen: Taiji Tonoyama.
Die Darstellerinnen hingegen sind eher unbekannt geblieben: Nur die Barbesitzerin Natsuko wurde von Eiko Horii gespielt. (1 weiterer Film bei Plex, 4 bei imdb)
Weitere Links (auch von Silke in den Salon gepostet): Japanonfilm
Meine Lieblingsszene: Der Sänger taucht auf einer Straße auf, umringt von vielen Menschen, darunter viele Kinder. Er sagt, dass er Regisseur das hier so haben wolle und alle sollten während des Songs mitmachen. Lachen, bei lustigen Stellen und so. Dann geht es los. Die Kamera kreist um ihn herum.
Überhaupt ein tolles Schwarzweiß.Zum Schluss spricht er mit einer der Hauptdarstellerinnen, darüber, dass sie wohl ein Kind erwarte. Ohne jeglichen Bezug zum Film.
Achse: Dabei waren Andreas, Ute, ABo, Silke, Miriam, Sven sowie Rene und Gunnar verspätet.


3 Kommentare:
Ich war auch dabei.
sorry, hab es eingefügt.
Test
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