Samstag, 2. Februar 2019

Dzhamilya, SU, 1969, Irina Poplawskaja

Bei Sven zu Gast waren vlnr: Gunnar, Silke, Ute, René, Andreas

Die Schreibweise des Filmtitels variiert je nach Transkriptionsvorlieben, so gibt es u.a. auch Dshamilja, Jamila, Dzhamilja. Der deutsche Titel "Sehnsucht nach Djamila" bringt eine weitere Variante und hat mich sowieso verwirrt, da, wenn schon Sehnsucht, dann doch wohl eher Dzhamilyas Sehnsucht das Thema des Films ist. Dann wurde mir klar, dass wohl die Sehnsucht ihres Schwagers Seit gemeint ist, der die Geschichte mit jahrzehntelangem Abstand aus dem Off erzählt, was so überflüssig wie nervig ist und uns den eigentlich sehr schönen Film etwas vergällt hat.


Dzhamilya lebt in Kirgisien auf dem Lande, wo sie entführt und verheiratet wurde und nun auf Briefe ihres Ehemannes wartet, der in den 2. Weltkrieg eingezogen wurde. Wenn ein Brief kommt, ist es immer eine Enttäuschung, da er sie erst ganz am Schluss ziemlich beiläufig grüßt. Die Briefe werden selbstverständlich in großer Runde vorgelesen.


Schließlich verliebt sie sich in den verwundeten Soldaten Daniyar, der ins Dorf geschickt wurde um bei der Landarbeit zu helfen und verlässt mit ihm in dem Moment das Dorf als ihr liebloser Mann zurückkehrt. Erzählt wird die Geschichte im Rückblick und aus der Sicht ihres damals ca. 10-jährigen Schwagers Seit, der auch in Dzhamilya vrliebt ist und sie gegen alle Begehrlichkeiten anderer Männer zu verteidigen sucht.
Ich habe ein sehr schönes Melodram gesehen, wo es zudem auch noch was zu lernen gab, z.B. über vorindustrielle landwirtschaftliche Produktionsmethoden in der Sowjetunion weit östlich von Moskau und Europa: das lebende Fließband zur Trennung von Spreu und Weizen:


Andere fanden das alles viel zu sentimental und zu frauenfeindlich, was ich durchaus nachvollziehen kann, manchmal jedenfalls, z.B. in der "wet T-Shirt"-Szene oder ähnlichem.


Gelegentliche etwas kitschige Überzeichnungen toleriere ich ob der Glaubwürdigkeit der Handlung und der gesellschaftlichen und natürlichen Umgebung.

Außerdem (aus: Hallimasch und Mollymauk):
Kamele gehören zur Ordnung der Paarhufer mit der Unterordnung Schwielensohler. Sie werden in verschiedene Gruppen unterteilt und damit beginnen die Unterschiede. In der Gruppe der Altweltkamele befinden sich alle Tiere mit einem Höcker, in der Gruppe der Neuweltkamele jene, die keinen Höcker haben.
Es gibt zwei Gattungen von Altweltkamelen. Man bezeichnet sie als Einhöckrige und Zweihöckrige Kamele. Das Dromedar besitzt nur einen Höcker, das Trampeltier hat zwei davon.

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