Donnerstag, 14. Februar 2019

Le journal d'une femme de chambre (Frankreich 1964, Buñuel)



Technische Probleme diktierten diesmal die Filmauswahl: Als Gastgeber musste ich mich mit einem defekten HDMI-Kabel herumschlagen, und letztendlich sah ich mich gezwungen, meinen Gästen Miriam, Silke, Sven und Ute einen Film aus meinen DVD-Beständen zu zeigen. Auf diese Weise sind wir nach langer Zeit mal wieder bei einem Film von Luis Buñuel gelandet, es hätte also schlimmer kommen können.

Das sagt das Filmlexikon zu "Tagebuch einer Kammerzofe":
Eine Hausangestellte stößt beim Antritt einer neuen Stelle in der französischen Provinz bei der wohlhabenden Herrschaft wie auch bei den Bediensteten auf verschiedene Formen sittlichen Zerfalls. Buñuel attackiert einmal mehr die verlogene Fassade der Gesellschaft, wobei seine vergleichsweiseweniger verschlüsselten polemischen Ausfälle vorab dem Bürgertum, der politischen Rechten und Zerrformen des Christentums gelten. Letztlich jedoch wird der um den Preis des Verrats an der eigenen gesellschaftlichen Klasse vollzogene Aufstieg einer Minderprivilegierten zum Mitglied des dominanten Bürgertums geschildert.



Auch wir fanden den Film nicht schlecht, aber uns fehlte ein wenig der typische Buñuel-Touch. Trotz der in der Kritik oben genannten typischen Themen hätte der Streifen auch von sonstwem gedreht sein können, sagen wir von Truffaut (also nicht wirklich, aber Ihr versteht sicher, was ich meine). Vielleicht war ich aber einfach zu müde, um das Werk richtig würdigen zu können; so oder so bitte ich, diesen etwas uninspirierten Post zu entschuldigen.



Überzeugend und endlich einmal in einer Hauptrolle im VC zu sehen: Jeanne Moreau als Dienstmädchen Céléstine. (Ihre bisherigen Gastspiele in unserer Runde habe ich ja 2017 hier aufgelistet.)

Auch für Michel Piccoli, der im vergangenen Dezember übrigens seinen 93. Geburtstag feiern konnte, war es VC-Auftritt Nummer sechs. Sein Repertoire reichte von einer Nebenrolle in Alain Resnais' Meisterwerk "La guerre est finis" über zwei weitere Buñuel-Filme ("Die Milchstraße" und "Das Gespenst der Freiheit") und Claude Sautets Multi-Star-Vehikel "Vincent, François, Paul et les autres" bis zum erst im letzten Jahr gezeigten "Holy Motors" von Leon Carax.


Und was den Mann neben Jeanne Moreau im Bild oben angeht: Luis Buñuel konnte natürlich seine Spitzenstellung als der im VC mit Abstand am häufigsten gezeigte Regisseur weiter ausbauen. Wie viele Filme es nun genau waren, habe ich allerdings nicht zur Hand, das muss ich mir mal in Ruhe angucken. Habe mich deshalb entschlossen, dem Thema einen eigenen Post zu widmen, vielleicht zur Eröffnung einer neuen Reihe namens "Große Regisseure im Videoclub" oder so.

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