Donnerstag, 24. Januar 2019

Karla (DDR, 1965, Herrmann Zschoche)

Anwesend an diesem Abend waren Sven und Gunnar und ich wollte mal die Statistik für den deutschen Film etwas in die Höhe treiben. Deshalb habe ich mich für einen Film von 1965 entschieden, der erst 1990 das Licht der Welt erblickte, da er in den Giftschränken des Staatsapparats eingelagert war.

Karla Blum (Jutta Hoffmann) hat soeben ihr Universitätsstudium beendet und soll in einer Kleinstadt im Norden der DDR an der Theodor-Fontane-Oberschule ihre erste Stelle als Deutsch- und Geschichtslehrerin in einer 12. Klasse antreten. Die junge, selbstbewusste Lehrerin möchte ihren Schülern nicht nur Stoff vermitteln, sondern vor allem selbständiges und kritisches Denken beibringen. Ihr unkonventionelles Verhalten, das im Gegensatz zu den ideologisch vorgegebenen sozialistischen Denkmustern steht, führt bei Schülern, Kollegen, Direktor, Schulrätin und Behörde zu unterschiedlichen Reaktionen (Dies ist mal auf die Schnelle aus Wikipedia zitiert).

Der Film hat uns Jungs gut gefallen, Jutta Hoffmann spielt erfrischend und eindrucksvoll. Ein, für die damalige Zeit, mutiger Film, dessen Mut leider durch die Zensur nicht belohnt wurde - um so besser, dass er nicht komplett verschwunden ist.

Ich hatte diesen Film als Test gezeigt, wie gut das Online Portal FilmFriend ist und das Ergebniss ist sehr zufriedenstellend - der Service, der über die Hamburger Bücherhalle nutzbar ist, wird nicht das letzte Mal beim VC genutzt werden.

Warum das hier gezeigte und im Netz gefundene Cover Carla und nicht Karla ziert, kann ich nicht sagen …

1 Kommentar:

Andreas hat gesagt…

Haha, "die Statistik für den deutschen Film in die Höhe treiben" - mit einem DDR-Film. Wiewohl das formal selbstverständlich korrekt ist, hat diese Maßnahme so gar nichts zu tun mit unserer wiederholt und letztens mal wieder geführten Diskussion über die Qualität des deutschen Films. (Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Du Dich darauf beziehst.) Was Jens Friebe (https://www.youtube.com/watch?v=20zh_gQY7fo), Gunnar und ich meinen, ist natürlich "Das westdeutsche bzw. gesamtdeutsche Kino ist nun mal das schlechteste der Welt". Dass es dagegen in der DDR jede Menge toller Filme und eine Filmindustrie "auf Weltniveau" gab, hat noch nie jemand, der sich damit auskennt, in Frage gestellt. So oder so: Toll, dass Du "Karla" gezeigt hast, den hätte ich auch gerne gesehen!