Verfilmung des gleichnamigen Romans von Fumiko Hayashi aus dme Jahr 1951.
Drehbuch: Yoko Mizuki (Das Buch Women Screenwriters: An International Guide beschreibt sie als "One of the most important and accomplished Japanese female screenwriters of all time").
Jukiko (Hideko Takamine) trifft in Da Lat/Indochina, im heutigen Vietnam, Kengo (Masayuki Mori – hört sich fast an wie Memento Mori. Merkwürdig, denn für die Figur Jukiko ist tatsächlich der Tod, am liebsten gemeinsam mit Kengo, durchgehend im Film eine Option). Hier arbeiten sie beide bei der japanischen Botschaft. Die perfekte Liebesgeschichte im landschaftlichen Idyll möchte sie im verwüsteten Tokio der Nachkriegszeit gern fortsetzen. Dass Kengo schon verheiratet ist, erweist sich angesichts seiner Gefühlskälte jedoch als nur sekundäres Problem. Erst als sie todkrank ist und sich das mit seiner Frau auch irgendwie erledigt hat, nimmt er sie mit auf eine entsetzlich weit entlegene Insel Im Süden Japans, auf der es immer, wirklich immer regnet. Während er in seinem neuen Job aufblüht – und sogar wieder in der Lage ist zu empfinden und zugewandt zu sein, schwindet sie mehr und mehr dahin, bis sie dann letztendlich stirbt. Tragisch, sozialkritisch, Drama.
Hideko Takamine hat uns schon zuvor umgehauen in "When a Woman ascends the Stairs" von 1960, den ebenfalls Sven am 17. Mai dieses Jahres gezeigt hat. Eine brillante Schauspielerin, deren Leiden am Lieben und am Leben in einem kriegsverwüsteten Land nie weinerlich war, sondern immer, wirklich immer herzzerfetzend. Große Schauspiel-Kunst.Ich fühlte mich an den Start unserer Italienreihe, initiiert ebenfalls von Sven, mit Pietrangeli-Filmen mit der großartigen Stefania Sandrelli erinnert. Beiden Regisseuren ist ein bedingungsloses Engagment für die Perspektive der Frauen eigen, die für die 1950er und 1960er Jahre … hmm, nicht sehr typisch ist, um es mal möglichst unkontrovers zu bezeichnen. Bei Pietrangeli ist es immer auch komödisch (komödiantisch wär zu viel gesagt), bei Naruse eher nicht. Wär auch diese Haltung gleich, würd ich glatt drauf wetten, dass der eine die Filme des anderen gekannt hat und von ihnen sehr inspiriert war. Und von den Filmen von Douglas Sirk natürlich sicher auch.
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imdb: 7,4 – scheint mir deutlich zu wenig; für mich ist das einer der Anwärter auf den Film des VC-Jahres 2018.
In Japan wurde der Film übrigens 1999 nach Kurosaws Sieben Samurai auf Platz 2 der besten japanischen Filme aller Zeiten gewählt von Filmkritikern und -machern (s. http://mycinemakan.fc2web.com/movie2/best100b.htm – laut englischsprachiger Wikipedia, Google Translate sei Dank). Auf Platz 67 sein Film Scattered Clouds (1967), auf Platz 82 gleich zwei: Lightning (1952, nach einem Roman ebenfalls von Fumiko Hayashi) und Repast (1951). Desweiteren sollen noch hervoragend sein: Yearning (1964) und Flowing (1956), und Late Chrysanthemums (1954, bassiert auf einer Erzählung ebenfalls von Fumiko Hayashi ) sowieso. Im letzteren versucht ein alternativer Familienverbund von Geishas, so kann man nachlesen auf imdb, ihren Laden aufrechtzuerhalten, obwohl ihre Dienste nicht mehr so gefragt sind wie zuvor. Materielle Nöte stehen im Vordergrund, die zentrale Frage ist, ob sie ihr Geisha-Haus eigenständig weiter führen können – wenn das nicht an Pietrangelis Adua (1960) erinnert. Also noch reichlich lohnenswerte Naruse-Filme zu schauen …
Wer mehr wissen will über Floating Clouds, findet hier interessante Blog-Einträge:
- https://www.notcoming.com/reviews/floatingclouds
- https://mikionaruse.wordpress.com/floating-clouds/
- http://cinemasparagus.blogspot.com/2017/04/floating-clouds.html
- https://www.tiff.net/films/floating-clouds
- https://www.bfi.org.uk/news-opinion/news-bfi/lists/mikio-naruse-10-essential-films
(sl 24.10.2018,
ergänzt 28.10.2018)
ergänzt 28.10.2018)



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