Donnerstag, 3. August 2017

Sedotta e abbandonata (Italien 1964)


Bei Sven, mit Andreas, Gunnar, Silke und – tada! – Miriam! Wenn ich mir die persönliche Bemerkung erlauben darf: Es war toll, unsere alte Weggefährtin und Freundin mal wieder dabei zu haben! Das von Gunnar für ihr Videoclub-Comeback versprochene Feuerwerk muss aber noch zu einem hoffentlich stattfindenden späteren Termin nachgeholt werden.

Ansonsten gab es zur Abwechslung mal wieder einen italienischen Film aus den frühen sechziger Jahren, und der deutsche Verleihtitel lautet allen Ernstes "Verführung auf Italienisch"! Es ist uns also tatsächlich die "Auf Italienisch"-Tetralogie gelungen (zum vorherigen Stand siehe hier). Regie führte Pietro Germi, der auch für die "Scheidung auf Italienisch" verantwortlich zeichnete, und das war der Thematik, der Atmosphäre und dem Humor des Films auch deutlich anzumerken.

Die an sich ernste und traurige Geschichte einer jungen sizilianischen Frau, die vom Verlobten ihrer Schwester verführt wird, der sich dann weigert, sie zu heiraten, da sie ja nicht mehr Jungfrau sei – diese Geschichte also erzählt Germi in einem rasanten Tempo, mit zahlreichen überraschenden Wendungen und reichlich Klamauk. Letzterer war aber erstaunlich gut zu ertragen, fand ich jedenfalls.

Stefania Sandrelli, die hinreißende Darstellerin der "Verführten und Verstoßenen", hätte uns eigentlich aus "Scheidung auf Italienisch" bekannt sein müssen, wo sie die junge Verwandte spielt, deretwegen Mastroianni seine Frau umbringen will. Weniger überraschend dagegen, dass sich keiner von uns an einen weiteren Auftritt erinnert hat, den sie vor Jahren im Videoclub hatte: Der von Miriam im Januar 2003 gezeigte Film "L'ultimo bacio" ("Der letzte Kuss") hat damals keinen von uns besonders beeindruckt.

Da es im Netz so viele tolle Bilder aus dem Film gibt, hier einfach noch ein paar Impressionen:



  

Gleich muss sie auf die andere Seite wechseln.
 


Am Ende wird dann halt doch geheiratet ...




1 Kommentar:

Silke hat gesagt…

Großartiger Film, jetzt schon mein Anwärter auf VC-Film des Jahres.
Ganz besonders hat mich zudem gefreut eine "filmische Lüge": Eingangs sehen wir, wie er sie verführt - der Akt dann selbst wird diskret hinter Bettwäsche verborgen gehalten, die auf dem Balkon zum Trocknen hängt. Der Verführer behauptet später aber, sie sei es doch gewesen, die ihn verführt hätte - und dieser erstunkene Bericht wird illustriert, so dass die Bilder "lügen". Wir sehen empört, aber auch amüsiert zu, wie der arme schüchterne Kerl verstört vor der lasziven Femme fatale sich angeblich in die Küche geflüchtet haben will, ihr dann aber doch - gegen seinen Willen natürlich - erliegt.
Toll auch wie der Vater später durch die reine Kraft des Denkens auf den Schwängerer kommt. Dafür rekonstruiert er aus seinen Erinnerungen - was wir ebenfalls in Bildern sehen -, wann seine Tochter denn mal allein war. Eigentlich nur nach diesem Mittagessen mit Gästen, so sein Fazit. Daraufhin rekonstruiert er, was er während der Mittagsschlafstunde gemacht und beobachtet hat, ohne dass er seinen Beobachtungen damals eine Bedeutung zugeschrieben hätte. Jetzt beim Erinnern - samt Illustration für die Zuschauer - aber schon.
Hier werden also virtous filmische Mittel eingesetzt, um die Komik noch zu befördern oder Informationsverteilung zu betreiben.