Silke war in diesem VVC die Vorführerin, in der TelKo dabei waren zudem Tilmann, Jö, Rene und Andreas.In einer Arbeitersiedlung in Glasgow, im Jahre 1973: Die Familie des zwölfjährigen James lebt in prekären Verhältnissen, zudem verschlechtern sich durch den Streik der Müllabfuhr die hygienischen Verhältnisse. Ratten sind überall. Zwar ist der Familie eine bessere Wohnung versprochen worden, doch wann der Umzug endlich stattfinden kann, bleibt bis zum Ende unklar.
Der Film beginnt mit dem Jungen Ryan Quinn, der lieber mit seinem Freund James am Kanal spielt statt seinen geschiedenen Vater zu treffen, wie seine Mutter es ihm befohlen hat. Ryan ertrinkt – woran James nicht ohne Schuld ist. Der Fokus wechselt nach Ryans Tod nach rund acht Minuten nun auf James Gillespie, der deutlich unter schlechtem Gewissen leidet, aber über seine Beteiligung an dem Unglück schweigt. Wir folgen ihm und den Unerfreulichkeiten im Leben eines Zwölfjährigen, manchmal aber wird die Tristesse von zärtlichen Momenten durchbrochen.
Regie führte Lynne Ramsay, die auch das Drehbuch schrieb. Silke hat bereits von ihr ihre späteren Filme „Morvern Callar“ (2002) und „You Were Never Really Here“ (2017) im Videoclub gezeigt. Nach mehreren Kurzfilmen war dies Ramsays Spielfilm-Debüt, finanziell unterstützt von Cannes-Förderungen, wo ihre Kurzfilme zuvor erfolgreich gezeigt worden waren. „Ratcatcher“ gilt als einer der besten Debütfilme des Jahres sowie als einer der besten britischen Filme der 1990er-Jahre. Ramsays gleichnamige Nichte spielt hier die Schwester von James; Ramsays Bruder stellt Ryans Vater dar.
Rene kam schlecht drauf durch dies düstere Adoleszenz-Drama, insgesamt wurde der Film von der Runde aber als sehenswert bewertet. Gelobt wurden nach meiner Erinnerung besonders die Bildgestaltung und die berührende Inszenierung.
Wertung auf imdb: 7,5
Metacritic: 76
Rotten Tomatoes: 85%
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| Lynne Ramsay Jr. als Anne Marie Gillespie: Leben zwischen Müllsäcken |
(Silke, 24.5.2023)

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