„Rocks“ erzählt von der 15-jährigen Rocks, ihrem kleinen Bruder Emmanuel und
einer auffällig multikulturellen Mädchenclique in East-London. Der Vater ist schon lange tot, die Mutter lässt die beiden Kinder allein zurück, sie haben kein Geld und schon bald keine Wohnung mehr und Rocks versucht alles, um ihre Situation zu verheimlichen. Zum Glück aber ist der Film weit mehr als nur ein trauriges Sozialdrama.
Eigentlich ist er sogar das Gegenteil, voller Witz und Energie und zudem großartig gespielt von lauter „Laien“. Insbesondere Bukky Bakray als Rocks und D'angelou Osei Kissiedou als ihr unfassbar herzerwärmender Bruder sind in ihren Rollen überwältigend. Momente wie die Tanzszene auf dem Dach oder die im Kunstunterricht erstellten kubistischen Porträts (die dankenswerterweise im Abspann nochmal gezeigt werden) führen weg von der Geschichte und hin zum eigentlichen Thema des Films, nämlich der hohen Bedeutung von Freundschaft und Solidarität, von Lebensmut und Kreativität.
Ich zitiere dazu mal Peter Bradshaw aus The Guardian:
The odyssey of Rocks and Emmanuel – who in effect go on the run, fugitives from the world of grownup authority – provides a motor that drives the film but, in a way, its best moments come when Rocks and her friends are doing nothing more dramatically significant than just hanging out, talking and laughing. Occasionally these scenes erupt into something defiant, as when a food fight monumentally kicks off in the middle of a home economics class or when a girl tells her grumpy teacher: “You’re like this because you’ve got your period, sir.” (He furiously replies: “That’s actually really offensive.”) ...
Of course, there is a larger sadness here: the realisation that the sheer energy and dynamism of this group is likely to be dissipated and wasted when they leave school – society will probably not find a way to tap this resource. When the class is taught about Picasso and cubism and they make spoof Picasso cut-out images of people’s faces cut from magazines, it is a funny moment, but serious too, because there is a real sense of potential. This film is such a rush of vitality. It rocks.
Ich war ziemlich begeistert und, wenn ich mich recht erinnere, haben die meisten aus der Gruppe den Film so oder so ähnlich gesehen. Aber doch nicht alle. ABo brachte die Kritik vor, die Geschichte sei völlig alltäglich und hätte ihn daher überhaupt nicht berührt. Ich weiß nun nicht genau, wie alltäglich oder nicht die Geschichte ist, so hat mich aber auch ihr Realismus schon überzeugt. Doch weit wichtiger fand ich die Art und Weise, wie die Mädels ihr Leben angehen.
Erwähnen möchte ich noch, dass „Rocks“ nicht nur von einer Regisseurin (Sarah Gavron) gedreht wurde, sondern, dass auch das Buch von zwei Frauen (Theresa Ikoko und Claire Wilson) ist, die Kamera von einer Kamerafrau (Hélène Louvart), die Produktion von einer Produzentin (Ameenah Ayub Allen), die Musik von Emilie Levienaise-Farrouch und so gut wie alle anderen Jobs, die beim Film so zu erledigen sind bis hin zum Best Boy (Elizabeth Calvert), sämtlichst von Frauen erledigt wurden. Hab ich in der Dichte auch noch nicht gesehen.
Anwesend außer Sven, dem Vorführer, waren: Carmen, Silke, ABo, Miriam, Tilmann, Jö, Gunnar, Maren, Andreas sowie Rene (nachgetragen nach Shout von ihm in den Kommentaren von Silke). Larissa war, wenn ich mich recht erinnere, aus technischen Gründen nicht dabei. Wenn ich jemanden vergessen haben sollte, schickt den Namen doch bitte noch in den Blog.

3 Kommentare:
Hach, das war toll. Danke nochmal.
Wie soll ich den Namen schicken? Einschreiben oder hier als Shout!
Ich war dabei und ich fand den Film auch ganz großartig!
Oje, René! Ich wusste es. Dabei hab ich während des Schreibens noch an deine begeisterte Reaktion gedacht. Sorry!
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