Freitag, 15. Mai 2020

The Man Between / Gefährlicher Urlaub (UK 1953, Carol Reed)

"Nasser Asphalt, Ruinen und eine Menschenjagd - das ist Pervitin für ihn", so ein Mitarbeiter, und so hatte ich mir auch den Film erhofft. Was leider nicht ganz geklappt hat; dem Vergleich mit "Der dritte Mann" hält er nicht stand. Und das Metamphetamin wirkt auch nicht sehr. Tolle Berlin-Drehorte von 1953 – ich habe ja eine große Schwäche für Ruinenbilder, tolle Schwarz-Weiß-Kamera, geheimnisvolle Hilde Neff, aber zur richtigen Spannung reicht es nicht ganz, was sich auch in leichter Langeweile im Chat zeigt: „Sieht James Mason gut aus?“

Ich fand aber die Liebesszene zwischen Ivo (James Mason) und Susanne (Claire Bloom) nicht schlecht, deutlich mit allem, was ihn quält, böse Vergangenheit, schlechtes Gewissen.
Gut auch der kleine Merkur-Botenjunge, der Flitzer:

Stoßseufzer von Carol Reed: "In unserem Beruf gibt es kein Glück.
Wenn ich eine Story gefunden habe und einen Film machen will, gibt es nichts als Arbeit, Panik und Furcht. Ist der Film fertig, so ist es, wie wenn eine anstrengende Liebe stirbt. Man fühlt sich erleichtert, aber unendlich traurig. Man glaubt endlich einmal Muße zu haben und Ruhe zu genießen, aber in Wirklichkeit ist man leer und verloren. Im Film steckt kein Glück.“

Oder vielleicht doch?

Dieser Text stammt von Tilmann, dem virtuellen Gastgeber an diesem Abend. Anwesend waren außerdem Andreas, Silke, Maren, Gunnar, Sven und ich (Sister Miri).

3 Kommentare:

Gunnar hat gesagt…

Tolles Reed-Zitat. Danke für den Text!

Rene hat gesagt…

..auch nachgeholt und die Story war für mich leider ziemlich krude!
Hätte man sich nicht 10 Minuten Zeit für das Drehbuch nehmen können?
Sehr beeindruckend war Hildi Neff - was für eine tolle Frau and I liked Ivos German accent - verrry guut.
Ansonsten doch lieber der dritte Mann

Miriam hat gesagt…

Wow, Du warst aber mal richtig fleißig, Respekt!