Freitag, 31. Januar 2020

Ford v Ferrari (USA 2019)

Bei Sven auf dem Sofa saßen Silke, Miriam, Gunnar und Rene.

Der Film hält, was er verspricht: Autorennen. Genauer den Kampf der beiden Autokonzerne um die Vorherrschaft beim jährlichen 24-Stunden-Rennen in Le Mans (Frankreich).


 Des weiteren werden zwei historische Figuren der Renngeschichte vorgestellt. Zum einen Fords Teamchef und Autodesigner Carrol Shelby, gewohnt langweilig dargestellt von Matt Damon, und Ken Miles, ein eigensinniger englischer Rennfahrer, schon viel besser gespielt von Christian Bale. Hier haben wir die beiden Helden als sie nach einer zünftigen Prügelei unter Freunden ein landesübliches Erfrischungsgetränk in die Kamera halten, ...


... das ihnen natürlich von Miles' attraktiver Ehefrau Mollie (Caitriona Balfe) gereicht wird.


Das war's dann aber auch mit Frauen, schließlich geht es um Autorennen.

Bemerkenswert gut waren alle Rennszenen, die mit sehenswerten Aufbauten gedreht wurden, die mich aus der Entfernung an Mad Max denken lassen.





Seltsame Rennrituale wurden auch gezeigt. Hier gehen die Fahrer allerdings weg von ihren Autos, warum auch immer. Eigentlich, und so auch im Film, rennen sie zu den Autos hin um als erster auf die Piste zu kommen.


Gesellschaftspolitisch ein nicht so wichtiger Film, dafür haben wir uns trotz (ungeahnter, ich schwöre) Überlänge prima unterhalten gefühlt und uns an genreunüblicher Qualität in den Rennszenen erfreut. Aber leider nicht alle. Silke war empört über das langweilige Genre, die Überlänge (tut mir leid!), die Abwesenheit von Frauen und überhaupt. Zu allem Überfluss gab es für die gunnareske Nörgelei auch noch einen Ordnungsruf vom Gastgeber, der aber immerhin das Argument hatte, dass der Film dadurch auch nicht besser wird. Was stimmt.
Mit 8,2 bei imdb ist der Film jedoch deutlich überbewertet, eine 7,2 hätte meiner Ansicht nach auch gereicht. Ich schätze, dass da nur Rennsportfans reingehen und für die ist der Film eine Augenweide und wird dann hoch bewertet.

Henry Ford II wollte nach sechs Ferrari-Siegen in Folge (1960-1965) die Vorherrschaft knacken und ließ ein komplett neues Auto entwickeln. Den GT40. Der Erfolg waren vier Siege in Le Mans in Folge (1966-1969). Weder vorher noch danach hat Ford dort jemals was gewonnen.
Ken Miles war 1966 der sichere Sieger, ließ sich aber überreden kurz vor der Ziellinie für ein schickes Foto auf die beiden anderen Fords zu warten. Sie fuhren gemeinsam über die Ziellinie. Da die anderen aber 40 Meter mehr gefahren waren, wurden sie nun zum Sieger erklärt. Gemein! Er starb noch 1966 bei einem Autounfall. Wo sonst.

2 Kommentare:

Gunnar hat gesagt…

Sei doch so nett und erläutere noch, was genau an dem Genörgel gunnaresk war. Die Widerholrate? Die Intensität? Die Lautstärke? Die Vorhersehbarkeit? Alles zusammen? Silke an diesem Abend genau wie Gunnar sonst immer?

zander hat gesagt…

Nein, nicht immer! Nur wenn Dir konstant etwas nicht passt, wie z.B. die lieblose Kamera neulich bei Después de Lucía. Nicht laut, nicht unbedingt vorhersehbar, aber wenn, dann mit bemerkenswertem Durchhaltewillen. Und mittlerweile oft genug um dafür einen Begriff zu finden. Es gehört zur Show, sozusagen.