Freitag, 17. Januar 2020

Después de Lucía (MEX 2012, Michel Franco)

After Lucia
Am heutigen Abend anwesend Gunnar, Sven, Miriam und Rene - der stellt dann diesen Film an: "Después de Lucía" oder "After Lucia".

Nach dem Tod der Ehefrau und Mutter verlassen Vater Roberto und Tochter Alejandra ihre Heimatstadt Puerto Vallarta und wollen in Mexico City neu anfangen. Papa hat es schwer auf der neuen Arbeit, die Tochter versucht neue Freunde in der neuen Klasse zu finden. Doch nach einem Abend auf der Party der Klassenkameraden läuft alles aus dem Ruder.

Als dann der Abspann lief, saßen vier geschockte Leute vor der Glotze und waren erstmal ruhig.
Gunnar nannte es einen Horror-Film, für Miriam war es das Schlimmste, was ich bisher gezeigt hatte, Sven war froh keine Kinder zu haben und auch ich war erst einmal geschockt, dachte ich doch es geht hier um Trauerbewältigung und Neuanfang nach einem großen Verlust...
Wikipedia schreibt in der englischen Version: "The style of the film has been described as being influenced by Austrian director Michael Haneke." und da ist was dran.Nix für schwache Nerven.

Gunnar bemängelte gleich nach 30 Sekunden, dass wohl kein Kameramann vorhanden und alles mit dem iPhone gefilmt worden sei. Immer nur eine Einstellung, keine Beleuchtung und das Setting sehr amateurhaft. Dieses Foto hab ich eben auf IMDb gefunden und jetzt dürfte klar sein, dass es kein iPhone war.
Also Gopro und der Selfiestick - passt! Was soll ich noch sagen? Ein guter aber hammerharter Film.
  • IMDb: 7.1
  • Gewinner des "un certain regard" Preises bei den Fimfestspielen von Cannes (2012)
  • Silver Hugo auf dem Chicago International Filmfest

1 Kommentar:

Gunnar hat gesagt…

Michael Haneke – das passt. Formal: Lange Einstellungen, statische Kamera, keine Musik. Und inhaltlich erst recht: Die Gewalt, die so völlig gefühllos ausgeübt und genauso gefühllos gezeigt wird. Und wird bei "Funny Games" nicht sogar am Ende auf genau die gleiche beiläufige Weise mit der exakt gleichen Methode gemordet?
Als die Handlung nach 30 Minuten endlich in Gang kommt, stellen sich die statischen, ungeschnittenen Einstellungen als ein geeignetes Mittel dar, um die abstoßenden Vorgänge sehr realistisch und darum besonders beklemmend wirken zu lassen. Bis dahin war ich davon überzeugt den visuell minderwertigsten Film in der Geschichte des VC zu sehen. Mit natürlichem Licht zu filmen ist eine Sache. Aber das an Orten zu tun, an denen das natürliche Licht einfach Scheiße ist, das ist nochmal etwas anderes. Die achtlosen Einstellungen, das Licht, die Bildqualität – das hat nun wieder nix mit Haneke zu tun. Die Kamera – ob es nun ein Smartphone oder eine Gopro oder eine sonstige Schrottkamera war – auf der Rückbank zu befestigen und komplette Szenen lang die unterbelichteten Rückseiten der Vordersitze zu zeigen, auf denen die Protagonisten sich befinden und den Rest des Bildes mit dem zufälligen, überbelichteten Blick aus der Frontscheibe zu füllen, während die Zusschauer noch überhaupt nicht verstehen können, was da eigentlich warum passiert, das war schon eine rekordverdächtige Zumutung. Ich selbst hätte den Film nach spätestens fünf Minuten ausgemacht. Gut, dass es den VC gibt.