Donnerstag, 18. April 2019

Giorgobistve (Georgien 1966, Otar Iosseliani)

Zunächst einigten wir uns entgegen aller Regeln in kleiner Besetzung (Gunnar, René und Gastgeber Sven) nach wenigen Minuten darauf, dass der Film nichts ist für uns und wir was anderes gucken wollen. So ist uns "U samogo sinego morja" von Boris Barnet entgangen. Von Barnet haben wir 2016 mal "Okraina" gesehen, den ich in ziemlich guter Erinnerung habe. Aber der hier hat uns vom ersten Moment an genervt und wurde kurzerhand abgeschaltet.
     Besser war dann "Giorgobistve" (dt. Titel: Der Weinberg) von Otar Iosseliani, der uns schon vor Jahren mit dem einen oder anderen Film erfreut hat.


Nico (Ramaz Giorgobiani, r) tritt voller Enthusiasmus und Vorfreude seinen neuen Job auf einem Weingut an, wo er sich weigert einen schlechten Wein als gut anzuerkennnen. Das gibt natürlich Probleme mit den alteingesessenen Kollegen. Für Ablenkung von dem Ärger sorgt Marine (Marina Kartsivadze, l). Laut imdb ein Film gegen die Korruption in der Sowjetunion. Das ist vielleicht etwas hoch gehängt, mir kommt die Korruption hier mehr wie eine gewöhnliche Bequemlichkeit vor.
Hier eine Diskussion unter den Weinexperten:



Wichtiger erscheint mir die Ästhetik des Films, die eben gerade nicht ästhetisiert. Es sei denn, Marine tritt auf. Dann erscheint es unvermeidbar. Gunnar fühlte sich nicht ganz zu Unrecht von Ramaz Giorgobiani an Jean-Pierre Léaud erinnert und sprach von "georgischer Nouvelle Vague". Vielleicht sogar das. Jedenfalls kommt das Ganze ohne jedes Pathos oder aufgeblasene Moral aus, sondern erzählt nüchtern und durchaus mit Humor eine ungewöhnliche Geschichte. Sehr sehenswert, wenn auch bei imdb mit 7,9 vielleicht etwas überbewertet.

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