Regisseur Keisuke Kinoshita bezieht ziemlich klar Stellung gegen den Krieg der Fürsten auf Kosten der bäuerlichen Menschen und Gesellschaft und beschreibt, wie dieser fortgeführt wird bis alle ausgerottet sind. Der ganze Film ist ein Statement gegen die feudalistisch-patriachale Gesellschaft und ihre Kriege. Dramatischer Höhepunkt und Finale ist der vergebliche Versuch einer alten, humpelnden Frau, vor der letzten Schlacht ihre Familienmitglieder aus dem ziehenden Tross herauszuholen.Eingestreut sind immer wieder Bilder historischer Schlachten, teilweise auch in Standbildern, und in bemerkenswerter Kolorierung des in Schwarz-weiß gedrehten Film, die nicht versucht, natürliche Farben zu imitieren, sondern wie mit grobem Pinselstrich aufgetragen scheint und sich auf einige wenige Grundfarben beschränkt. Manchmal kann man darin einen blauen Himmel oder blutgetränkten Boden vermuten, in anderen Momenten scheinen die Farben sich zu verselbständigen und lassen zumindest beim ersten Hinsehen kein System erkennen.
Den dreien von uns, die den Film vollständig gesehen haben, hat er ziemlich gut gefallen, inhaltlich ebenso wie formal, obwohl wir Probleme hatten, den einzelnen Figuren und ihrer zeitliche Abfolge zu folgen. Eigentlich müsste ein grafischer Stammbaum der Familie mitgeliefert werden.

4 Kommentare:
Hui, so eine Kolorierung habe ich noch nie gesehen. Toll, interessant. Einmalig?
Einmalig – vielleicht. Ob ich das so toll fand, weiß ich nicht so recht. Aber laut Sven habe ich ja eh nicht das Recht, den Film zu beurteilen.
Der Klappentext meint das Farbverfahren sei "stilbildend". Das klingt, als gäbe es noch mehr davon, also nicht einmalig. Aber ich habe bislang nichts dergleichen gesehen. Müssten wir mal nach suchen.
Und Andreas: Du hast selbstverständlich jedes Recht auf ein Urteil. Aber Du musst auch zugeben, dass ab 50% Kenntnisnahme abwärts ein Urteil etwas vage wird. Nächstes Mal kommst Du wieder auf den Bleib-wach-stuhl.
Die alte humpelnde Frau, zuvor als junge schöne Braut eingeführt, ist übrigens niemand anders als die großartige Hideko Takamine, die wir in den letzten Monaten schon zweimal bei Sven gesehen haben ("When a Woman ascends the Stairs" und "Floating Clouds"). Wie sie versucht, ihre Kinder zum Verlassen des Todestrosses zu bewegen, um mit ihr nach Hause in die schäbige nie renovierte Hütte zu kommen, ist ebenso herzzerfetzend wie ihre sonstigen Darstellungen. Anwärterin für mich auf den Titel "Beste Schauspielerin aller Zeiten".
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