Diesmal war eigentlich klar, dass es einen Film von Milos Forman gibt (der leider in diesem Jahr verstorben ist), nur noch nicht welchen. Gunnar hatte mich mit ausreichend Material versorgt und ich habe mich für den Film "Lásky jedné plavovlásky" entschieden, der Film seiner tschechischen Phase mit der höchsten IMDB Bewertung (7,7).
An diesem außerplanmäßigen Freitag traffen sich Silke, Sven, Miriam und ich zum gemischten Doppel.
Erzählt wird eine kurze Episode (wir gehen von einigen Tagen aus) aus dem Leben einer jungen Farbrikarbeiterin in der tschechischen Provinz.
Andula lässt sich in einem Tanzlokal von dem Pianisten Milda mit tumbesten Mittel verführen und packt nach der amourösen Nacht wenig später die Koffer, um die neue Liebe in Prag zu besuchen.
Dort trifft sie leider nur die Eltern von Milda an, da der Pianist bei dem nächsten Gig schon mit der nächsten flirtet. Sie wird vom Vater mitleidig aufgenommen und von der Mutter ordentlich gescholten.
Als Milda am frühen Morgen heimkommt, will er sein Liebchen erst nicht kennen, dann kann er sich nicht erinnern, sie eingeladen zu haben, die Nacht auf dem Sofa darf er aber auch nicht, wie gewünscht, mit ihr verbringen. Es folgt ein herrlicher Streit im elterlichen Ehebett.
Buchstäblich am Boden zerstört und in Tränen aufgelöst kehrt Andula wieder in ihre Fabrik-Unterkunft aufs Land zurück.
Uns allen hat der Film gut gefallen und wir haben öfters herzlich gelacht. Wahrscheinlich war es zu seiner Zeit ein stimmiges Sittengemälde - heutzutage lässt es einen eher erstaunt und kopfschüttelnd zurück.
Danach hatten wir noch einen schönen Abend auf dem Balkon bei Rum und Zigaretten und den Erinnerungen an die Wirrungen unserer Jugendjahre. Ich würde behaupten: ein perfekter Abend.

5 Kommentare:
Das würde ich in der Tat auch sagen. Danke nochmal, René!
Andreas, sei doch so nett und ergänze, wann der Film erstmals im VC lief und wer damals dabei war...
Und eine kleine Korrektur: Andula heißt die Protagonistin.
Na, dann ist es ja gut, dass ihr nicht dabei ward... :-D
Name ist korregiert!
Ich würde behaupten, dass ich den Film gestern Abend zum ersten Mal gesehen habe. Aber seit dem nachweislich doppelt geguckten Fuhlsbüttel-Film (Die Verrohung des Franz Blum) traue ich meinem Gedächtnis nicht mehr. Hat mir übrigens sehr gut gefallen. Die Ball-Szene hat noch viel Ähnlichkeit mit der noch früheren Forman-Doku, die Ute vor zwei Jahren gezeigt hat (Konkurs). Noch besser hätte ich's, glaube ich, gefunden, wenn Andula ein kleines bisschen mehr Selbstbewusstsein hätte. Wie so eine Pietrangeli-Heldin, meine ich.
Gunnar, Du bist entlastet: Laut meinen Aufzeichnungen warst Du nicht dabei, als der Film 1999 das erste Mal lief. Lieber Sven, leider kann ich Dir Vergleichbares nicht verkünden ... Mir hat der Film damals jedenfalls sehr gut gefallen, und ich bin froh, dass ich Euch dieses Erlebnis nicht durch meine Anwesenheit versaut habe.
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