Freitag, 10. Januar 2025

Black Dog, China 2024, Originaltitel: chinesisch 狗阵, Pinyin Gou zhen

 

 Lang (gespielt vom Hauptdarsteller mit dem schönen Namen Eddie Peng) hat wegen Totschlags 10 Jahre im Gefängnis verbracht und kommt nun nach Hause in einer kleinen, sterbenden Stadt am Rande der Wüste Gobi, in der hunderte wilder Hunde leben und zum Problem werden. Lang muss sich mit der Familie seines Opfers auseinandersetzen, die Rache schwört. Er heuert als Hundefänger an, freundet sich aber mit einem der Hunde, einem schwarzen Windhund, an.

Klingt kitschig, aber Regisseur Guan Hu gelingt es, die Geschichte unpathetisch, lakonisch und humorvoll zu erzählen. Zudem zeigt er phantastische Aufnahmen aus der Wüste und der traurigen Stadt, und natürlich von den Massen dort lebender Hunde, die mit Hilfe von 50 Hundetrainern für den Film eingesetzt wurden, wie Gunnar dankenswerterweise erforscht hat. Mein einziger Wermutstropfen war der Moment, als der Hund eine Hündin findet und mit ihr auch noch Nachwuchs zeugt.

Der Film spielt 2008 vor den Olympischen Spielen in Peking und zur Zeit der damaligen Sonnenfinsternis, was für weitere Bilder und Einsichten sorgt.

artechock schreibt: "Ist die Insze­nie­rung über weite Strecken durch visuell reizvolle Tableaus, imposante Land­schafts­auf­nahmen der Halbwüste und eine lako­ni­sche Atmo­sphäre geprägt, so setzt Guan im letzten Drittel eigen­wil­lige Akzente durch szenische Ausflüge ins Surreale und den Rückgriff auf elegische Klänge. Bleibt der Film sonst weit­ge­hend frei von Musik, so unter­strei­chen die beiden Pink Floyd-Songs »Hey You« und »Mother« eine melan­cho­li­sche Stim­mungs­lage.

Insgesamt ist dies eine sehens­werte Arbeit voller Wehmut und Sehnsucht, die gleich­wohl die Hoffnung auf Freiheit und Selbst­be­stim­mung nicht fahren lässt. Auf dem Film­fes­tival in Cannes 2024 gewann der Film, den der Regisseur seinem Vater und »allen, die sich wieder auf die Reise machen« gewidmet hat, den Haupt­preis der wichtigen Neben­reihe Un Certain Regard."

 Anwesend bei Sven auf dem Sofa waren Ute, Heidrun, Lisa, Gunnar und Andreas S., in der Telko zudem Tilmann und später auch Jö. Der Filmtipp kam von Carmen.


1 Kommentar:

Gunnar hat gesagt…

Ganz toll und ungewöhnlich fand ich den extrem dialogarmen Film. Ein kleines Wunder.