Einmal im Jahr Kore-eda. Von hinten langsam bis jetzt. Außer denen, die ich schon kenne, naturgemäß, so viele sind nicht mehr übrig. Da kam seitens Silkes Murren auf. Mehr als drei Filme eines Filmemachers – könne man da nicht ein Sonderveto festlegen, oder eine Klausel? Da gab es auch wieder Aufbegehren. Weil, dann könne man auch die Mehr-als-3mal-Regisseurinnen-Klausel, Mehr-als-3mal-Länder-Klausel, Mehr-als-3mal-Produzenten-Klausel, Mehr-als-3mal-Schauspielerinnen-Klausel, Mehr-als-3mal-Dänemark-Klausel, Mehr-als-3mal-A25-Klausel einführen.
Und so weiter.
"I Wish" - scheinbar lapidar, läppisch, was bedeuten schon Träume von Kindern? Was für eine Idee: Dort wo zwei Shinkansen sich treffen, kann man sich in dem Augenblick etwas wünschen. Moderne Sternschnuppen. Also fahren die Kinder dort hin, ohne Wissen der jeweiligen Eltern, organisieren das Geld auf jeweils eigene Weise. Am Ende kommen sechs aus den zwei weit einander entfernt lebenden Freundeskreisen in Bummelzügen angereist.
Irgendwann werden die Beteiligten befragt, wie in einer Doku, mit wackeligem Schnitt, was sie sich erträumen, und was dann in Erfüllung gehen soll. Und wenn sie an die Stelle kommen, im Nirgendwo, am Hang einer Brücke, dann sind die Wünsche zu hören. Klar, einige sind danach schon von den Wünschen motiviert; andere haben was ganz anderes als geplant zu sich gemurmelt und einer ist ganz stumm.
Mich hat die Geschichte um zwei ungleiche Brüder sehr berührt. Das Leiden an der Trennung der Eltern. Wobei der eine mit dem Fun-Papa eben Spaß hat, mit Mädchen befreundet, überhaupt fröhlich und sich die einstmalige Familie überhaupt nicht zurückwünscht; der andere mit nicht ganz so viel Spaß an dauerndem Vulkanascheregen und Kohlgerichten bei den Großeltern mit Mama, erhofft sich nichts sehnlicher. Da kann man schonmal auf die Idee kommen, an den Ort zu fahren, an dem zwei Schnellzüge aufeinandertreffen, um Wünsche zu erfüllen.
Wenn beim Vorbeirauschen des Zuges, an dem älteren Bruder Erinnerungsbilder vorbeiziehen und den Wunsch verdrängen, ist klar, dass es auch andere schöne Dinge gibt als Familie. Freunde. Freundinnen. Wildfremde Menschen. Zufälle. Ein anderes, ruhigeres Leben zu führen.
Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind großartig. Die Kinder zwei Brüder auch in der Nichtfilmwelt, Eltern, bzw. Großeltern sind bekanntere Namen, die wir z.T. schon erlebt haben.
Die Filmografie von Kirin Kiki, der Großmutter, reicht in die 1960er zurück. Wir haben sie in "Still Walking" gesehen. Nene Otsuka spielt die Mutter, Joe Odagiri, den Vater. letzterer ist auch durch seine Musik bekannt.
Die Filmmusik, die Gunnar im Nachgang störte, kommt von der japanischen Alternative Rockband Quruli. Sie komponierten/musizierten auch für den auchschönen Film "Josee, the Tiger and the Fish" (schon gesehen, keine Angst).
Abschlusstelko: Jö, Silke, Ute. Eingangstelko: ABo, Gunnar, Siłkę, Tilmann, Ute.
Mehr nicht von Jö

1 Kommentar:
Toll, danke! Ich hab' neulich VC-unabhängig Koreedas Gummipuppenmärchen "Air Doll" geguckt, mit der Koreanerin Bae Doona als ebenjene Puppe, die zum Leben erwacht. Wir kennen sie als Polizistin in "A Girl At My Door" und aus "Linda Linda Linda". Auch toll! (Sogar die Musik :))
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