Freitag, 23. Juli 2021

Summer of Soul (Questlove, 2021)

Halb virtueller und halb realer Gastgeber bei Maren in Berlin: Gunnar.
Dabei: Jö, Maren, Rene, Sven, Andreas (mit Verspätung), Larissa, Silke, Abo und Miriam.

In Berlin hatten wir diverse Abspielprobleme und dann ist in Hamburg vor dem Start der Server abgestürzt. Zum Glück war Nick gerade noch zuhause und hat ihn neu gestartet.

"Summer of Soul" ist eine neue Doku über das Harlem Cultural Festival, das ebendort im Mount Morris Park (heutiger Name: Marcus Garvey Park) im Woodstock-Sommer 1969 stattgefunden hat. Die spektakulären Aufnahmen der Auftritte wurden nur teilweise einmal vom CBS-Regionalsender ausgestrahlt und sind dann, wie das Festival selbst, in Vergessenheit geraten. Es findet weder in Biografien der auftretenden Künstler noch in Artikeln oder Büchern über Soul oder schwarze Kultur Erwähnung.

In Questloves Film sind Ausschnitte der Auftritte folgender Künstler zu sehen: B.B. King, David Ruffin, the Chambers Brothers, the 5th Dimension, Mongo Santamaría, the Edwin Hawkins Singers, Gladys Knight and the Pips, Stevie Wonder, Sly and the Family Stone, Herbie Mann & Roy Ayers, Max Roach & Abbey Lincoln, Hugh Masekela, Mahalia Jackson, the Staple Singers, Jesse Jackson und – mit unvergesslicher Wucht – Nina Simone.

Wer sich auch nur ein kleines bisschen für schwarze Musik und Kultur interessiert, für den ist dieses plötzlich aus dem Nichts auftauchende Monument eine faszinierende Entdeckung. Für mich ist es eine Offenbarung.

Jö war, wenn ich mich richtig erinnere, der einzige, den das an diesem Abend völlig kalt gelassen hat. Alles nicht seine Musik.

Es sind eine Menge lesenswerte Würdigungen erschienen. Hier ein Artikel von Anthony Lane aus dem New Yorker. („Halfway through a heavy year, the best movie so far – the one most likely to ease the load and lift you up – is ‚Summer of Soul‘.”)

Ein Artikel von Adrian Kreye aus der SZ. („‚Summer of Soul‘ wird das Dokument eines Augenblicks der Musikgeschichte bleiben, der so viel größer als der Pop war und deswegen auch so viel mehr erreichte.“) 

Ein Interview mit Questlove von Salamishah Tillet aus der New York Times. 

Ein Portrait Questloves anlässlich der Doku aus dem New Yorker von Bruce Handy.

Alex Weidemann in der FAZ. („Mit ‚Summer of Soul‘ gelingt das, was Poesie in ihren stärksten Momenten zu leisten vermag: Ein Durcheinander aus komplexen Sachverhalten zu einem Schlüsselmoment zu verdichten, der neue Realitäten aufschließt.“)

Mark Kermode im Guardian. („Capturing Stevie Wonder at a turning point in his career, Mavis Staples duetting with Mahalia Jackson (“an unreal moment”, says Staples) and Nina Simone at the height of her performing powers, director Ahmir ‚Questlove‘ Thompson’s feature debut intertwines music and politics in one of the best concert movies of all time.“)

Ann Hornaday in der Washington Post. ("'Summer of Soul' would be valuable if only because it preserves such a sublime moment of Black expression, pleasure and autonomy. But Thompson cleverly interweaves present-day interviews into the archival images, creating an illuminating palimpsest of equally moving and eerily timely narratives.")

Und Jens Balzer in der Zeit. („‚Summer of Soul‘ ist eine Flaschenpost, die nach 52 Jahren ihre Empfängerinnen und Empfänger erreicht, man sieht diese Aufnahmen zwei Stunden lang mit pochendem Herzen ob der Schönheit und Intensität der Musik, und man sieht, wie sich darin unsere Gegenwart spiegelt.“)

2 Kommentare:

Andreas hat gesagt…

Toller Film, schöner Eintrag, danke! Aber was ist mit The Fifth Dimension?

Gunnar hat gesagt…

Da hab' ich doch ausgerechnet "eine der sympathischsten Bands aller Zeiten" ausgelassen. Ist korrigiert. Danke für den Hinweis!