Freitag, 9. Juli 2021

Sudden Fear (USA 1952)

Ausgewählt von Andreas, gab es einen unter Film Noir laufenden Streifen des uns allen unbekannten Hollywood-Regisseurs David Miller aus dem Jahr 1952 zu sehen. Zugeschaltet waren Jö, Tilmann, Miri, Silke, Sven und ABo.

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann gefiel die Geschichte einer reichen Frau, die auf einen Heiratsschwindler reinfällt und bald um ihr Leben fürchten muss, uns allen mehr oder weniger gut. Wegen der Plausibilität seines Drehbuchs muss man "Maskierte Herzen" (so der eher unpassende deutsche Titel) zugegebenermaßen nicht gucken, dafür aber durchaus wegen der schaupielerischen Leistungen von Joan Crawford (die erstaunlicherweise ihr VC-Debut gab), Jack Palance (den wir immerhin schon mal in dem Robert-Aldrich-Kriegsfilm "Attack" gesehen haben) und auch Gloria Grahame in der Rolle der fiesen Geliebten des Heiratsschwindlers. Die hatte immerhin ihren dritten VC-Auftritt, nach dem Humphrey-Bogart-Vehikel "In a Lonely Place" und "Odds Against Tomorrow" mit Harry Belafonte. Alles schon lange her, wer's genauer wissen möchte, kann sich gerne an mich wenden bzw. auf die große VC-Gesamtstatistik warten, die immer noch bei mir in Arbeit ist.

Wofür man "Sudden Fear" noch schätzen kann: dafür dass er am Anfang mit schönen New-York-Aufnahmen begeistert, um dann nach zehn Minuten mal eben nach San Francisco umzuschalten, das dann nicht minder cool in Szene gesetzt wird. Oder für das tolle Aufnahmegerät mit Schallplattentechnik, das die Hauptfigur am Anfang begeistert vorführt und das dann (etwas vorhersehbar) zur Aufdeckung der bösen Pläne ihres Mannes beiträgt. Oder für eine Szene, in der der Fortgang der Handlung im Schnelldurchlauf gezeigt wird – allerdings nur in der Fantasie der Hauptfigur, in Wirklichkeit kommt dann doch alles ganz anders. Und mir persönlich hat die Schlusssequenz besonders gut gefallen: Wie Joan Crawford im Anschluss an die finale Katastrophe des Films ihren Gesichtsausdruck von völlig verzweifelt zu stark, stolz und fast ein ganz kleines bisschen lächelnd verändert, und wie sie dann in Richtung auf eine bessere Zukunft in die San-Francisco-Nacht schreitet – das ist schon stark. Mein Szenen-Vorschlag für den VC-Rückblick.

2 Kommentare:

Gunnar hat gesagt…

Danke für den fix verfassen Eintrag. Nehm' ich mir zum Vorbild, das Tempo. Laut Filmlexikon gibt's neben "Maskierte Herzen" noch drei weitere deutsche Titel: "Ehe mit dem Satan", "Eiskalte Rache" sowie "Eiskalte Herzen". Welcher ist am doofsten?

"Intelligent konstruierter, psychologisch vertiefter Kriminalfilm", wird übrigens geurteilt. Ich freu' mich aufs Nachholen.

Rene hat gesagt…

Super Film! Hat mir wirklich gut gefallen.