Freitag, 16. Juli 2021

La Gomera (ROM 2019, Corneliu Porumboiu)

Im Nachhinein glaube ich, dass ich La Gomera gezeigt habe, weil der Film eben auf La Gomera spielt und ich die Insel vor Jahren so faszinierend schön fand. Aber von den Bildern war ich dann ebenso enttäuscht wie von der Geschichte, die sich mir überhaupt nicht erschlossen hat. Spanische Gangster holen einen zwielichtigen rumänischen Polizisten nach La Gomera um einen rumänischen Gangster aus dem Gefängnis zu holen und bringen ihm dafür die lokale Pfeifsprache bei? So zusammengesucht wie das klingt, so wird die Geschichte immer weiter verstrickt und reiht ziellos Szenen aneinander um letztlich ein völlig aus dem Rahmen fallendes Finale in Singapur zu präsentieren. Die Charaktere bleiben sämtlich oberflächlich und klischeehaft, vom korrupten Polizisten über die Femme fatale bis hin zu brutalen Gangstern. Wie der tumbe Held (was an sich nichts schlechtes sein muss) die Situation in dieser Filmszene noch überlebt, weiß ich nicht mehr, aber das Bild gefällt mir gut. 


In den Kritiken werden allerlei Begriffe von Film Noir über Hitchcock bis Tarantino bemüht um den Film zu loben, ich kann das aber alles nicht bestätigen. Derlei Vorbilder sind ein fernes Ziel.

Besser gefällt mir, womit Rüdiger Suchsland seine Rezension auf Artechock schließt: "La Gomera, da kann man noch so wohl­wol­lend herum­re­zen­sieren und seine mäßige Begeis­te­rung verbergen, wie es zu tun die lieben Kollegen sich ja auch alle Mühe geben, La Gomera funk­tio­niert einfach nicht. Und trotz einer richtig schönen Schluss­ein­stel­lung in einem großar­tigen [na ja] Finale in Singapur ist der ganze Film einfach zäh und öde."

Gastgeber: Sven, Anwesende: René, Jö, Larissa, Miriam

3 Kommentare:

Silke hat gesagt…

No, no – ich war abwesend

Miriam hat gesagt…

Hatte ich ja schon verbessert...

Gunnar hat gesagt…

Ich hab' ihn gerade nachgeholt. Und fand ihn gar nicht schlecht. Ein ganz klassischer Noir, in dem der moralisch schillernde Held alle Parteien gegeneinander ausspielt. Und dass es, ganz Genre-unüblich, am Ende ein Happy End gibt, mit geteilter Beute und Liebesglück mit der Femme Fatale, das hat mich richtig gefreut. Die trockene Erzählweise des rumänischen Autorenfilmers hat gut gepasst. Mir fallen auf Anhieb keine besseren Noir-Filme aus europäischen Ländern ein, die nicht mit F anfangen.