Frei nach dem Motto: "Zeig Gutes und schreib dadrüber!", nutze ich die Gelegenheit, etwas über den gestrigen Abend zu berichten und wieder einmal einen Blog-Eintrag des hochperformanten Video-Klubs zu präsentieren.
Am gestrigen Abend bei 40° in jederfrans Wohnzimmer waren dabei: Jö, Maren, Sven, Larissa, Miriam und Silke. Maren meinte Gunnar hätte den Film auch gesehen, war aber weder bei der Vor- oder Nachtelko dabei und auch nicht in Telegram aktiv - könnte also Fake News gewesen sein.
Gezeigt habe ich "Patrick" von Tim Mielants, auf den ich in der Arte Sendung "Tracks" gestoßen bin und sofort wusste, dass ich ihn zeigen muss. Eine Story aus dem Nudistencamp - genau das richtige, um die VC-Mitglieder entweder in den Wahnsinn oder in sofortige Anti-Haltung zu bringen. Weit gefehlt... der Film war der HAMMER und auf diesem Wortspiel kann man jetzt eine ganze Zeit drauf rumreiten, denn eigentlich geht es in diesem Film um selbigen.
Patrick und seine Eltern betreiben, wie schon erwähnt, einen FKK Camping-Platz. Patrick hilft hier mit aus aber eigentlich hat sein Vater die Hosen an (oder eben nicht). Patrick ist glücklich und alles ist perfekt.
Bis... - ja bis sein Lieblingshammer seiner Hammer-Sammlung fehlt, von nun ist die Harmonie zerstört und das Drama beginnt, selbst als sein Vater stirbt und Intrigen eingefädelt werden, den Campingplatz an die Gäste zu verlieren, ist Patrick nur auf eine Sache fixiert: wo hängt sein Hammer jetzt. Am Ende ist der Hammer Tatwaffe in einem Mordfall und als der Polizist Patrick offenbart, dass er seinen Hammer nie wiedersehen wird, bricht seine Welt zusammen. Bis... - ja bis er sich entschließt, seine Hammer-Sammlung zu entsorgen und die Aufgaben des Campingplatzes zu übernehmen und in seines Vaters Fußstapfen zu treten.
Eine durchgeknallte Dramödie mit Happy End! Hört sich kacke an? Ist es aber nicht. Für mich ist es jetzt schon der Film des Jahres. Alle Beteiligten fanden den Film gut (angeblich auch Gunnar), Jö hatte mittendrin aufkeimende Zweifel, war am Ende aber auch positiv gestimmt.
Die Schauspieler waren ganz großartig, der Sound/Musik perfekt, die Bilder und Einstellungen eine Augenweide (wie ich finde auch bei der Masse an Bauchspeck. Möpsen und Pimmel-Paraden). Die Story war sehr skurril, trotzdem nie langweilig und teilweise auch sehr spannend gemacht - WO ist der Hammer. Eine eigentlich so banale Story so aufzupimpen, ist schon ganz großes Kino.
Besonders beeindruckend für mich: die Bestattungsszene im Wald, wo Patrick die Asche des Vaters verstreut und alle Gäste des Campingplatzes stehen im gebührenden Abstand splitterfasernackt dabei.
Splendid!
Für mich war der Film auch voll mit Metapher und Sinnbildern, die mich auf jeden Fall dazu bewegen, diesen Film mindestens noch einmal zu schauen. Ein Super-Abend der gestrige Abend.
Ein Hammer halt …

4 Kommentare:
Der Claim auf dem Filmposter:
Een Film die meer om het lijf heeft dan je denkt.
lautet:
Ein Film, der mehr zu sagen hat, als man denkt
Keine Fake-News, ich war dabei, aber bei der Vor-Telko nich beim Autoentladen und unter der Dusche und bei der Nachtelko auf dem Weg ins Bett, weil ich heute sehr früh ins entfernte Mecklenburgische aufgebrochen bin, um eine 64-jährige Rettungsschwimmerin zu portraitieren, die in ihrem Heimatdorf aufgrund einer Wette vor sechs Jahren den Schein gemacht hat und seitdem für die Erneuerung der örtlichen Badestelle am See gesorgt hat und nebenbei mit großem Eifer offenbar erfolgreich erzieherisch auf die verkorkste Dorfjugend einwirkt. Die Nazis, die den kleinen Strand im Griff hatten, hat sie eigenhändig mit Gebluffe vertrieben. Und die notorischen Nudisten hat sie dazu gebracht, nur noch bekleidet zu erscheinen. "Ich hab' denen gesagt, dass könnt ihr doch nicht machen, euch hier so breitbeinig hinzusetzen, hier sind doch Kinder, die kriegen doch einen Schock, die bringen sich um, weil sie Angst bekommen alt zu werden, nachdem sie euch gesehen haben. Denn ansehnlich waren die echt nicht mehr, das kann ich Ihnen sagen."
Toller Film, danke! Und der Blogeintrag ist natürlich der Hammer.
👍
Ich feiere die Rettungsschwimmerin - auch für ihren Einsatz gegen die Nudisten!
Ganz fadenscheiniger Grund sein eigenes "Ästhetik-Bild zu wahren". Kinder sind nicht doof und können die Wahrheit wohl eher ertragen als irgendwelche "heile Welt" Geschichten von Klapperstörchen und Weihnachtsmännern.
Wenn die öffentliche Badestelle kein FKK-Gelände ist, kann ich damit leben, wenn doch - dann lieber Nazis vertreiben.
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