Freitag, 17. Juli 2020

If Beale Street Could Talk (USA 2018, Barry Jenkins)


VVC "bei Miriam" mit Silke, Andreas B., Tilmann und Andreas.

Ich zäume mal das Pferd von hinten auf und hole den Blog-Eintrag zum zuletzt von mir gezeigten Film nach. Damit die Meute schon mal beruhigt wird... Und mache es mir einfach, indem ich folgende Beurteilung eines kritischen VC-Mitglieds zitiere:

"Mein erster Eindruck zu Beginn: großartig. Wie schon bei Moonlight, dem Erstling des Regisseurs Barry Jenkins, sieht jede einzelne Einstellung unglaublich gut aus. Was für ein Licht, was für Farben! (Ist auch wieder derselbe Kameramann, James Laxton heißt er.) Diesmal sind auch die Sets und die Kostüme beeindruckend, der nachempfundene Stil der frühen Siebziger in ärmlicher Umgebung sieht fantastisch aus. Überhaupt sieht alles fantastisch aus, gleich bei den ersten Einstellungen mit dem Paar musste ich an klassische Al-Green-Platten-Cover denken. Und zu hören ist Al Green dann auch, ausgiebig, genauso wie Nina Simone und obendrein gibt’s einen wunderbaren orchestralen Score von Nicholas Britell. Die Darsteller sind auch alle klasse und sehen auch noch alles wahnsinnig gut aus. Das Ganze müsste also in seiner Pracht und seinem Schmelz eigentlich eine nachhaltige Wirkung haben und einen Status erlangen wie „In the Mood For Love“. Hat’s bzw. tut’s aber leider nicht.

Denn die Geschichte ist das reinste Nichts.

Fonny und Tish, die sich seit frühen Kindheitstagen kennen, werden ein Paar. Ihm wird eine Vergewaltigung in die Schuhe geschoben und er kommt in Untersuchungshaft. Sie stellt fest, dass sie schwanger ist. Mit Mühe bringen sie und ihre Familie Kosten für einen Anwalt auf, um ihn vor einer Verurteilung zu bewahren. Er wird aber verurteilt und bleibt dauerhaft im Knast, während sie das gemeinsame Kind alleine aufzieht. Mehr ist nicht."

Ok, kann man so machen bzw. schreiben, aber ich hab's - surprise, surprise - nicht ganz so negativ gesehen und konnte vor allem die Liebesgeschichte durchaus genießen. Und das Geburtstagskind Andreas hat sich zumindest direkt nach dem Film auch nicht so kritisch geäußert. Bin jetzt gespannt auf das Buch, das hier schon bereitliegt... https://lithub.com/what-barry-jenkins-missed-in-his-adaptation-of-if-beale-street-could-talk/

1 Kommentar:

Rene hat gesagt…

Hab ich gestern nachgeholt und das hat mich auch nicht wirklich gefesselt.
Schöne Bilder, schöne schwarze Menschen aber die Story war dünn.
Ist das Buch auch aus der Sicht der Frau geschrieben?? Das würd' mich ja mal interessieren...
Der Platten-Cover Vergleich passt sehr gut - einige Einstellungen und Bilder waren wirklich bemerkenswert.