[gepostet von Gunnar am 30.12.2018 um 14:58]
Und die Ergebnisse? Erstmal: Das Gefühl, dass das Durchschnitts-Niveau der VC-Filme steigt, wird von den Zahlen bestätigt. Die Durchschnittsbewertung für sämtliche Filme das Jahres betrug 2015 noch 6,5, 2016 dagegen 6,7. Mal gucken, wie 2017 und 2018 aussehen werden. Wenn’s weiter steigt, heißt das, das wir immer mehr gute Filme gucken. Oder könnte es sein, dass wir im Alter einfach nur immer milder und unkritischer werden?
Hier sind sämtliche Ergebnisse für 2016.
Und hier im Screenshot schon mal die sechs bestbewerteten Filme:

Der Siegerfilm ist überraschenderweise „La jetée“ von Chris Marker, bei dem man aus zweierlei Gründen darüber streiten könnte, ob er überhaupt hätte einbezogen werden dürfen: Zum einen stellt sich die Frage, ob es sich wirklich um einen Film handelt. Laut Wikipedia ist Film „eine Kunstform, die ihren Ausdruck in der Produktion bewegter Bilder (…) findet“. Bei „La jetée“ gibt’s aber (fast) ausschließlich gänzlich unbewegte Bilder. Zum anderen ist es halt nur ein knapp halbstündiger Kurz-„Film“…
Jedenfalls ist die hohe Bewertung bei uns analog zur Bewertung bei der Meta-Liste TSPDT: Da befindet er sich auf Platz 109 der besten Filme aller Zeiten und kein Film aus diesem VC-Jahr ist dort höher gelistet.
Auf den folgen Plätzen befindet sich der legendäre New-Hollywood-Film „Vanishing Point“, der superverspielte und experimentierfreudige tschechischslowakische „Tauschendschönchen“, den wir Ute zu verdanken hatten, Carol Reeds düsteres IRA-Melodram „Odd Man Out“ von 1947, ein unbeschwerter sowjetischer Sommerfilm, den wir bei Larissa geguckt haben, „Nezhnost“ und das genaue Gegenteil, „Mein Glück“, der wahrscheinlich depressivste Russlandfilm, den es gibt.
Wer genauer wissen will, wie die Platzierungen zustande kommen, kann über den Link oben auch die einzelnen Bewertungsbögen der Teilnehmer in Augenschein nehmen. (Ich habe mich zum Beispiel gefragt, wer dafür verantwortlich war, dass „Holy Motors“, den ich gezeigt habe und toll fand, so abgeschmiert ist. Außer mir fand den einfach keiner gut, sieht man da…)
Am Ende der Liste stehen mit spektakulär schlechten Durchschnittswerten (2,8, 3,8 und 4) wie im Vorjahr zwei dänische Filme und außerdem ein in jeder Hinsicht beknackter Blockbuster, den ich euch zugemutet habe und den außer uns alle – aus mir absolut nicht nachvollziehbaren Gründen – toll finden (Platz 75 bei der 21.-Jahrhundertliste von TSPDT, immer noch 8,1 bei IMDB!).
Ich hoffe auf jede Menge großartige Filmentdeckungen im neuen Jahr!
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