Bei Gunnar. Mit Silke, Sven, Miriam und Maren.
Ein Art Fortsetzung von Mediterraneo, mit einer Nebenfigur, dem geschäftssinnigen, 14-jährigen Pio im Mittelpunkt.
Die Filmkritiker im Auftrag der katholischen Kirche sagen: " Ein Teenager und seine Familie leben als Roma am Rand der Gesellschaft im südlichen Italien. Den Unterhalt sichern Diebstähle, Gaunereien und Handlangerjobs für die örtliche Mafia. Schule, Bildung und ehrliche Arbeit spielen keine Rolle. Als der ältere Bruder, das Vorbild des Jungen, verhaftet wird, ist der 14-Jährige der nächste in der Reihe, der für die Familie sorgen muss. Geschickt zwischen Wirklichkeit und Fiktion angelegtes Drama, das einen magnetisierenden Ritt durch die harsche Lebensrealität der Roma- und Flüchtlingsgemeinschaften an der Südspitze Europas bietet. Trotz der Wirklichkeitsnähe zielt die energetische Inszenierung nicht auf unmittelbare Gesellschaftskritik, sondern fördert in der Erzählung eine hyperrealistische Poesie zu Tage."
Hier ein höchst informatives Interview mit dem Regisseur Jonas Carpignano aus der Variety, in dem er unter anderem erzählt, wie die Idee zum ganzen Projekt entstanden ist: Bei den Dreharbeiten zu dem Kurzfilm, der den Urspung von "Mediterraneo" lieferte, wurde ein Auto des Teams gestohlen und es ist nicht schwer zu erraten, wen er kennengelernt hat, als er versucht hat es wiederzubekommen.
Zur unkonventionellen Struktur des Films sagt er: "The idea that you spend an hour living with this family, immerse yourself with them, and then when the ‘story’ kicks in, you start to have a deeper sense of the stakes because of that. That obviously was a balancing act."
Für alle von uns hat dieser Balanceakt offenbar auch nicht funktioniert. Wenn man nicht richtig mitbekommt, wie die Geschichte einsetzt, dann wird's ein wenig zäh.
Bei Google Maps habe ich nach dem Abend mal geguckt, ob man die Siedlung findet. Ist spielend leicht, wenn man in der Nähe der Bahngleise guckt. Man kann also einfach hinfahren und die Amatos besuchen. Vielleicht freuen sie sich, wenn man nach Autogrammen und Selfies fragt. Und: Ist das eigentlich rassistisch, wenn ich die Vermutung äußere, dass sie bestimmt schon ein Geschäftsmodell bezüglich der Filmtouristen entwickelt haben?


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