Donnerstag, 1. Februar 2018

I, Daniel Blake (UK 2016, Ken Loach)

Okay, der Abend verlief anders als geplant – eigentlich wollte ich „Dohee-Ya - a girl at my door“ zeigen, und eigentlich wollten wir früher anfangen, aber nichts davon geschah.


Da Sven meinen Filmvorschlag bereits kannte, musste ich mir etwas anderes ausdenken, und ich hatte Glück: Keiner kannte „I, Daniel Blake“ von Ken Loach. Am 01. des Monats ein Full House auf dem Sofa – 2 Damen (Miriam, Silke)  und 3 Buben (Sven, Gunnar und Andreas) – was will man mehr?

Mehr will auf jeden Fall Daniel Blake, der nach dem Tod seiner Frau und einem Herzinfakt nicht mehr arbeits- und erwerbsfähig ist. Er muss Sozialhilfe beantragen, doch trotz eines arztlichen Attestes bekommt er die Unterstützung nicht, da Daniel sich nicht seinem Schicksal ergeben will und gegen die Schikanen des Arbeitsamts  protestiert, und dies mit Herz und Hirn. Er vergisst dabei nicht seine Nachbarn und Mitmenschen, um auch ihnen zu helfen, ein Leben in Würde zu führen.

Ich denke, ich spreche im Namen aller, dass dies ein großartiger Film ist. Trotz des ernsten Themas versteht es Ken Loach, den Film mit viel Humor und Hoffnung zu würzen, sodass man am Ende nicht am Boden zerstört ist.

Apropos „Ende“ – es gab Stimmen, die das Ende nicht gut fanden; die Mehrheit konnte sich dieser Meinung aber nicht anschließen, deshalb kommentiere ich es jetzt nicht und komme ohne Spoiler zum Ende dieses Blog-Eintrags.

Die Goldene Palme von 2016 für „I, Daniel Blake“ – der Film hat es verdient. Es wurde auf jeden Fall noch einige Zeit drüber gesprochen. Früher anfangen und früher nach Hause gehen kommt ein anderes Mal dran.

3 Kommentare:

Andreas hat gesagt…

Schöner Film, schöner Eintrag!

Silke hat gesagt…

Am 02.02.2018 um 18:43 schrieb Geller Gunnar:
Habt Ihr gesehen? Heute in der SZ: http://www.sueddeutsche.de/politik/britisches-sozialsystem-grossbritannien-spart-kinderarmut-herbei-1.3849708

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"Die Tory-Regierung hatte 2015 […] die Sozialausgaben um zwölf Milliarden Pfund gekürzt. Jugendclubs, Kindergärten, Nachmittagsbetreuung: In manchen Regionen wurde die Hälfte aller Einrichtungen wegen Geldmangels geschlossen."

Würd mich interessieren, wo diese galaktische MILLIARDEN-Summe nun im Haushalt gebongt ist. DER Artikel zum Film, würd ich sagen. Danke für den Hinweis. Alles dabei. Beengte Wohnverhältnisse von sozial Schwachen, Alleinerziehenden-Probleme, PC-Unterstützung, Deckelung, zu hohe Mieten in London, die Mütter nach Newcasle umziehen lassen. Fehlt nur Daniels Problem: Absurde Fragebögen des externen Anbieters, um festzustellen, ob man arbeiten gehen kann statt zweitweilig Sozialhilfe zu erhalten wegen Krankheit.

Andreas hat gesagt…

Und hier kommt ein weiterer Link, der zeigt, dass das Thema auch anderthalb Jahre später noch virulent ist: https://www.spiegel.de/politik/ausland/grossbritannien-immer-mehr-menschen-auf-tafel-angewiesen-a-1266188.html.