Dienstag, 19. Dezember 2017

In memoriam (IV): Drei französische Legenden

Der erfreuliche Trend der ersten Jahreshälfte hat sich fortgesetzt: 2017 sind auffallend wenige bekannte Filmschaffende gestorben (eine Liste dazu gibt es hier). Es kann aber gut sein, dass man das in Frankreich anders sieht. Im Herbst, also nicht lange nach Jeanne Moreaus Tod, musste sich die Grande Nation nämlich innerhalb von sieben Wochen von drei Schauspieler*inne*n verabschieden, die wohl allesamt einen ziemlichen Legendenstatus besaßen. Ich muss zugeben, dass die drei mir eher peripher bekannt waren, aber da sie alle auch jeweils mindestens einen Auftritt im Videoclub hatten, scheint es mir doch angebracht, ihrer an dieser Stelle kurz zu gedenken.

Den Anfang des traurigen Reigens machte Mireille Darc, die am 28. August im Alter von 79 Jahren verstarb. Ihr größten Erfolge feierte sie anscheinend mit den "Der Große Blonde"-Filmen, aber sie war z. B. auch in Godards "Weekend" dabei. Im VC gab sie ihre Visitenkarte in dem Georges-Lautner-Film "Mort d'un pourri" / "Der Fall Serrano" ab, der 2003 bei Sven zu sehen war.


Am 9. Oktober verabschiedete sich dann auch Jean Rochefort aus dieser Welt. In den 87 seines Lebens hat er in 160 Filmen mitgewirkt, zu denen lustigerweise gleichfalls die "Großer Blonder"-Filme zählen, aber auch die "Angelique"-Serie und die tolle Chefkoch-Komödie "Who is killing the great chefs of Europe?". Außerdem war er der "Mann der Friseuse". Im Videoclub war er, wie ich erst jetzt merke, gleich mit drei Filmen vertreten, die bizarrerweise alle aus demselben Jahr stammen, nämlich 1974. In der Frühzeit des VC (1998) war "Das Gespenst der Freiheit", gezeigt von Constanze, das erste von vielen Buñuel-Werken, die wir noch sehen sollten. Der vorletzte Film des Meisters kam damals gut an, aber so richtig erinnere ich mich nach fast 20 Jahren nicht mehr.

Weiter ging es erst 2007, dann aber gleich zweimal: Bei Stefan gab es Bertrand Taverniers Simenon-Verfilmung "Der Uhrmacher von St. Paul", und bei mir vier Monate später Chabrols "Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen" (Foto). Letzterer war mir aus meiner Jugend in toller Erinnerung, wahrscheinlich wegen Romy Schneiders Nacktszenen, aber im VC galt er dann doch eher als misslungen bzw. Machwerk.




Bliebe noch das Ableben von Danielle Darieux zu vermelden. Sie verstarb am 17. Oktober im reifen Alter von 100 Jahren. Hierzulande vielleicht am ehestens durch ihren Auftritt in "Acht Frauen" bekannt, war sie in Frankreich schon in den fünfziger Jahren ein Superstar. Wir haben sie wohl nur einmal gesehen, 2006 bei Stefan in einem sehr guten Claude-Sautet-Film namens "Einige Tage mit mir".

So, das war's hoffentlich mit Nachrufen für 2017!


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