Donnerstag, 2. November 2017

Two-Lane Blacktop (USA 1971)


Bei Andreas, erstmals in der neuen Wohnung am Herrengraben, die sich als recht VC-tauglich erwies. Mit Gunnar und Silke.

Es gab einen Klassiker des New Hollywood zu sehen, das Roadmovie "Two-Lane Blacktop" von Monte Hellman aus dem Jahr 1971.

Dazu erst mal die Meinung des Filmlexikons:   

"Die kühle Schilderung eines seltsamen Rennens, das sich zwei junge Männer in einem älteren, frisierten Wagen mit dem geltungssüchtigen, komplexbehafteten Fahrer eines teuren Sportwagens liefern. Keiner der drei hat ein Ziel, die Bewegung wird zum Selbstzweck, die Dialoge verkümmern zu Monologen, deren einziger Gegenstand die Autos sind. Eine bemerkenswerte Beschreibung existentieller Verlorenheit."

Ich persönlich würde mich diesem Urteil im Wesentlichen anschließen, Gunnar und Silke aber fanden den Film dann doch zu spröde und letztlich langweilig. Viel passierte wirklich nicht, in visueller Hinsicht war der Film Durchschnitt, und besonders viele schauspielerische Leistungen gab es schon gar nicht zu bewundern (was angesichts der Besetzung der Hauptrollen mit den Musikern und Nicht-Schauspielern James Taylor und Dennis Wilson auch überraschend gewesen wäre). Silke fehlten zudem politische bzw. zeitgeschichtliche Bezüge, wie sie etwa die vergleichbaren Filme "Vanishing Point" oder "Easy Rider" aufweisen.

 Mich hat das alles nicht gestört, mir gefielen vielmehr die atmosphärische Dichte und der nahezu dokumentarische Blick auf die Straßen, Tankstellen und Diners – und auf die Szene der illegalen Autorennen, die auch in einem schönen Song von Bruce Springsteen thematisiert wird:


6 Kommentare:

x hat gesagt…

4 Jahre danach - es wird viel über Autos und Fahrzeugdetails geredet. Lustig fand ich diese Hippienummer, dass die junge Frau einfach so in das Auto steigt, der Umstand aber unkommentiert bleibt. Die fährt dann einfach mit. Keiner kennt ihren Namen und auch die Hauptfiguren heißen einfach Driver und Mechanic. Warren Oates heißt GTO, wie sein Sportwagen. Tolle Landschaftsaufnahmen. James Taylor hatte noch Haare.

Gunnar hat gesagt…

Ich bin nicht X. Andreas und Silke vermutlich auch nicht. Stimmt die Angabe oben also nicht? Warst du auch dabei, Jö? Oder ist Zander heute zur Abwechslung X?

Zander hat gesagt…

Zander ist auch nicht X. Ich hab den Film nicht gesehen, klingt aber, als ob ich ihn nachholen sollte.

Andreas hat gesagt…

Ich nehme einfach mal an, dass Jö den Film jetzt nachgeguckt hat, oder?

Miriam hat gesagt…

Dies hat Jö bei Telegram geschrieben: Im Blog bin ich X. Hab mir den Kommentar gestattet, weil ich den Film geguckt hatte.
Asphaltrennen. Asphalt Cowboy. Asphalt Blüten steht noch aus. Warum die Filme auf teutsch alle Asphalt im Titel haben, ist mir schleierhaft. Vielleicht weil die Deutschen so autovernarrt sind und man hoffte, sie so zum new hollywood film zu bewegen?

x hat gesagt…

Ja, richtig, tut mir leid wenn ich mich zu kryptisch ausgedrückt habe. Den Film habe ich nachgeguckt und mich gefreut, dass es diesen Blogeintrag gab. Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass ich den "Asphaltrennen", wie Andreas, sehr gern gesehen habe. Ein Freund machte mich letzte Woche auf den Acid-Western "The Shooting" (1966) aufmerksam, den Monte Hellman ebenfalls gedreht hat, mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. Drehbuch von Carole Eastman ("Five Easy Pieces"). Habt ihr den mal geguckt? Ebenso wollte ich schon lange einen Film wiedersehen, von dem ich nur noch den Begriff 'Asphalt' im Titel erinnerte. Das war "Scarecrow" (Aspahltblüten) mit Al Pacino und Gene Hackman. Eigentlich hatte ich extra so kryptisch formuliert, um lange Erklärungen zu vermeiden. Wer konnte ahnen, dass daraus auf diesen Hin-und-her-Umwegen, dann doch ein sehr langer Kommentar wurde.