Montag, 5. September 2016

Dies und das (2) – Eine Liste

Einige von Euch haben vielleicht von einer Liste gelesen, die die BBC vor einer Woche veröffentlicht hat. Es ging da um die 100 besten Filme, die das 21. Jahrhundert nach Meinung einer Horde von Kritikern bislang hervorgebracht hat. Nun verhält es sich mit der Liste so wie mit den meisten anderen dieser Art: Manches lässt sich nachvollziehen, anderes nicht, und ich will hier auch gar nicht groß darauf eingehen; schaut sie Euch bei Interesse einfach selbst an

Interessant ist die Liste aber aus VC-Sicht – und lustigerweise ist sie noch interessanter geworden, seit ich angefangen habe, diesen Post zu schreiben. Denn am letzten Donnerstag ergab sich die unerwartete Gelegenheit, im VC David Lynchs "Mulholland Dr." und damit den Film auf Platz 1 der BBC-Liste zu sehen – mehr dazu hier.

Wenn ich das richtig sehe (und bitte korrigiert mich!), hat sich damit die Zahl der Filme von der Liste, die wir in unserer Runde gesehen haben, auf 13 erhöht. Das klingt zwar erst mal nicht nach allzu viel, aber wenn man bedenkt, dass auf der Liste naturgemäß auch die ganzen Filme stehen, die unsereiner sowieso im Kino gesehen hat – von "Amelie" (ja, auch der ist  aus diesem Jahrhundert!) über "Royal Tenenbaums" oder "Inglorius Basterds" bis zu "Spirited Away" (aka "Chihiros Reise ins Zauberland"), dann ist das eben doch nicht so wenig.

Interessant ist vor allem, welche VC-Filme sich ganz weit oben platziert haben. "Boyhood" (den wir letztes Jahr und damit vor dem Wiederaufleben dieses Blogs geguckt haben) auf Platz 5 ist natürlich keine Überraschung, aber dass auf Platz 9 der iranische Film "A Separation" kommt, uns bekannt ist unter dem Namen "Nader und Simin - Eine Trennung", das vermag doch zu erstaunen. Immerhin waren wir uns damals (ebenfalls 2015 oder schon 2014?) einig, dass es sich um einen sehr guten Film handelte.









Was mindestens ebenso sehr für den Film auf Platz 15 der BBC-Liste gilt: Das rumänische Abtreibungsdrama "Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage" hat uns im letzten Jahr zwar inhaltlich ziemlich deprimiert, filmisch aber mächtig begeistert.

Die übrigen zehn Filme von der Liste sind dann nicht mehr ganz so überraschend:
12. Zodiac
19. Mad Max - Fury Road
41. Inside Out (Alles steht Kopf)
55. Ida
61. Under The Skin
72. Only Lovers Left Alibve
85. A Prophet
91. El secreto en sus ojos (In ihren Augen)
95. Moonrise Kingdom
100. Requiem For A Dream

Bleibt noch die Frage, wer eigentlich Apichatpong Weerasethakul ist. Der Mann belegt die Plätze 37, 52 und 60 der BBC-Liste – warum hatten wir den noch nie im VC?


4 Kommentare:

Gunnar hat gesagt…

Hat Silke (in meiner Abwesenheit) nicht "Fish Tank" gezeigt? Ansonsten ist mir kein Film aufgefallen, den wir noch gesehen haben könnten.
Apichadings Weerasedings gewinnt ständig Festivalpreise, wird auch in Deutschland im Feuilleton gefeiert und seine Filme sind bei uns nicht nur im Kino gelaufen, sondern haben es sogar ins TV geschafft. Warum nicht im VC? Naja, das gesamte Oeuvre verspricht eher unzugänglich und spröde zu sein und Homosexualität spielt offenbar ein große Rolle. Da fallen mir jeden Donnerstag Filme ein, die ich lieber sehen möchte.

Einige Überraschungen der BBC-Liste wären keine solchen gewesen, wenn wir mit der TSHDT-Liste vertraut gewesen wären.

Silke hat gesagt…

"Fish Tank" habe ich gesehen, aber nicht im VC gezeigt, meine ich. Ihr bester Film aber ist "Red Road", Platz 581 der TSPDT. Damit scheinen wir endlich eine alternative Referenz zu imdb zu haben, sehr angenehm.

Hier noch eine interessante Liste außer Listenkonkurrenz, die ich neulich geplündert habe für meine To-Show-Liste - von der haben wir auch schon einiges gesehen:
http://www.tvspielfilm.de/news-und-specials/bilder/filmperlen-die-50-besten-filme-die-sie-noch-nicht-kennen,5679570,ApplicationGallery.html

Gunnar hat gesagt…

Iiiihhh! Eine 50-seitige Klickstrecke! Und dann geht es auch noch mit einem Biopic los!

Silke hat gesagt…

Das ist halt die Slow-Food-Variante neben den Excel-Filmlisten: schön mit Foto und einem journalistischen Text, warum der Film es in diese Liste geschafft hat. Interessanter wäre statt einer fasten formal-technischen Kritik dieser Liste eine inhaltliche. Und der Biopic kommt halt als erstes, weil man das Genre dann schon mal schnell hinter sich hat.