Donnerstag, 31. März 2016

The Incident (USA 1967)

Bei Sven. Mit Gunnar, Ute, Jö und Silke. OF, also ohne Untertitel. Man überlegte daher nach der vernuschelten und slangverhangenen, allerdings auch furiosen Anfangssequenz abzubrechen, wir machten aber zu Glück trotzdem weiter, sehr zur Freude des Gastgebers, der sich sehr auf diesen Film gefreut hatte. 
"Written by Nicholas E. Baehr (based on his teleplay Ride with Terror, which had been previously adapted as a 1963 television film), directed by Larry Peerce and starring Beau Bridges, Tony Musante, Brock Peters and Martin Sheen in his first film role. It tells the story of two young hoodlums who, after mugging a man at knifepoint, board a New York City subway train and terrorize the passengers." (Wikipedia)
Einigen der Anwesenden war das versammelte Ensemble im Waggon ein zu repräsentativer Schnitt durch die US-Gesellschaft, andere störten sich an angeblich unrealistischer Darstellung – die Figuren hätten den Waggon doch einfach an einer Station verlassen können. Das zog ein wenig Plausibiltätsdiskussionen nach sich: Martin Sheen hat doch die einzig funtionierede Tür blockiert und vorher war der Bedrohungsgrad noch nicht so hoch, schließlich wollten alle Passagiere nach Hause, wie Ute unterstrich.

Gunnar mochte besonders die Schauspielerleistung von Tony Musante, der Martin Sheen als Bösewicht sogar in den Schatten zu stellen vermochte.

Mich trieb die Frage um, ob man Gewalt wirklich nur mit Gewalt eindämmen kann. Die Devise "Hau drauf, dann ist endlich Ruhe" passt nicht recht zu meiner Lebenseinstellung.

Einig waren wir uns allerdings in der Verwunderung, dass niemand je zuvor von diesem Film gehört hatte, und auch Regisseur und Drehbuchautor waren unbekannt.

Hier der IMDB-Eintrag.  Und hier der komplette Film auf YouTube.

1 Kommentar:

Andreas hat gesagt…

Habe den Film jetzt nachguckt, da er mir bei meinen Statistikarbeiten aufgefallen ist, und er hat mir erwartungsgemäß sehr gut gefallen. Am ehesten hat mich noch die Darstellung des schwulen Passagiers als weichliches Opfer geärgert. Sehr gut fand ich dagegen, dass am Ende nicht so getan wird, als sei durch den "incident" auch nur eines der diversen persönlichen Probleme der Mitreisenden gelöst worden. Und die Gewalttat am Ende wird m. E. auch nicht als echte "Lösung" geschildert. Irgendetwas musste halt passieren, einer musste etwas unternehmen, und aufgrund seines traditionalen Wertekanons fiel diese Aufgabe dann eben dem Hinterwäldler aus Oklahoma zu. Aber glücklich hat das weder ihn noch irgendeinen der anderen gemacht.