Donnerstag, 1. Oktober 2009

"Leergut" (CZ 2007)


Gibt es eigentlich schlechte tschechische Filme? In unserer am 1. Oktober 2009 aus Gastgeber Sven, Andreas, Gunnar, Miriam, Stefan und Silke bestehenden Runde konnte sich jedenfalls niemand an einen erinnern. Und so kam auch "Vratné Lahve" alias "Leergut" insgesamt sehr gut an (obwohl ausgerechnet Sven nicht so begeistert war; ich kann mich allerdings nicht mehr an seine Argumente erinnern - Sven, wie wäre es mit einer Ergänzung des Eintrags oder einem Kommentar?).

Hier wie immer der Eintrag im Filmlexikon:

"Ein pensionierter Lehrer will sich mit seinem Ruhestand nicht abfinden, probiert diverse Beschäftigungen aus und ist schließlich als Mitarbeiter eines Supermarkts vor allem damit befasst, Paare zusammen zu bringen. Allmählich weicht seine Griesgrämigkeit einer schönen Verschmitztheit und einer neuen Lebenslust. Die heiteren Verwicklungen des gut gespielten Films resultieren vor allem aus diversen Missverständnissen und Irrtümern, wobei tiefere tragische Momente eher ausgespart bleiben. Dennoch eine unterhaltsame, sanft-gefühlige Komödie, die ästhetisch freilich am unteren Rand der Möglichkeiten ihres Regisseurs bleibt."


"Sanft-gefühlige Komödie" - gut, dass wir das nicht vorher gelesen haben ... Ansonsten ist der Eintrag aber im Wesentlichen zutreffend, wobei der letzte Satz fast schon ein wenig unfair erscheint, ist der Film doch auch in formaler Hinsicht ansprechend, wenn auch unspektakulär umgesetzt. Andererseits wissen wir natürlich nicht viel über die ästhetischen Möglichkeiten des Regisseurs Jan Sverák. Oder doch? Ein Blick ins IMDB offenbart, dass der gute Mann bereits seinen zweiten Auftritt im Videoclub hatte, allerdings erst elf Jahre nach seinem Debut mit dem von uns Veteranen damals hochgeschätzten "Akumulator 1". Schon dieser Film entstand übrigens wie "Leergut" (und auch der mir unbekannte Oscar-Gewinner "Kolya" aus dem Jahr 1996) in Zusammenarbeit von Jan Sverák als Regisseur und seinem Vater Zdenek Sverák als Drehbuchschreiber und (Haupt-)Darsteller. Und in der Tat war "Akumulator 1" in formaler Hinsicht deutlich innovativer als "Leergut", insofern mag das Filmlexikon-Urteil also doch begründet sein.


1 Kommentar:

Miriam hat gesagt…

Molodez, Andreas! Bleibt nur noch hinzuzufügen, dass Silke den Film auch nicht ganz so gelungen fand wegen des angeblich falschen Tempos...