Freitag, 13. Oktober 2023

Merrily we go to hell (USA 1932, Dorothy Arzner)

In der Vorab-TelKo dieses VVCs: Vorführerin Miri sowie Maren, Silke, ABo und Sven (in der Reihenfolge des Erscheinens).

In der TelKo danach (nun auch mit Andreas, der den Film mitgeschaut hatte) wurde nicht viel gemeckert. Ich (Silke) fand vieles interssant, Sven fand den Film mit seiner Thematik und Milieu aber eher irrelevant. Telegram gibt dies wieder:

Sven:
Was ich noch zum Film sagen wollte: Die beiden haben sich ja in der Kirche sehr ausführlich die ewige Ehe versprochen. Das wurde ja in Wort und Bild und quasi in Echtzeit zelebriert. Als sie dann später von den gegebenen Versprechen abweichen, geht es ihnen beiden sehr schlecht. Er ist unglücklich und säuft und sie hat eine Fehlgeburt. Und die Auflösung ist, dass sie eben beieinander bleiben, wie sie es sich versprochen haben. Ich find das auch nicht schlimm, im Gegenteil, wenn sie das tun. Aber als moralische Handlungsanweisung ans Publikum ist das schon sehr konservativ, um nicht zu sagen reaktionär.

ABo:
Mein Resümee des Films fällt etwas kürzer aus: Nix Action, nix Thriller und kein Thema, das mich berührt hat. Hab dann auch nicht zu Ende geschaut.

Gunnar:
Ich habe gerade Merrily We Go to Hell nachgeholt. Die Kombination aus Suchtdrama und Komödie funktioniert nicht sonderlich gut, finde ich. Der Alkoholismus steht von der ersten Minute an im Mittelpunkt und das ist weder unterhaltsam noch sorgt es für einen interessanten Plot. Dass er schließlich auch noch verharmlost wird – Jerry trinkt ja bloß, weil er Claire nicht vergessen kann und sobald ihm das klar ist, trinkt er er halt einfach nicht mehr – ist besonders unerquicklich. Die komödiantischen Elemente sind auch für sich genommen eher enttäuschend: Die Dialoge sind weit vom Witz von Lubitsch oder Capra entfernt und Gags wie das vorhersehbare zweifache Gestolper mit dem Hähnchen auf dem Tablett tun fast weh.
   Wirklich überraschend und alles andere als reaktionär fand ich Joans Reaktion auf Jerrys Untreue: Sie zieht öffentlich mit Cary Grant los und die beiden Eheleute verabreden, nicht eifersüchtig zu sein. Schade, dass die Schwangerschaft das schnell und dramatisch wieder beendet, statt dass auch noch das Experiment einer modernen Ehe mit Kindern unternommen wird. 😁
   Nach dem Hays Code (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hays_Code) ist so ein Plot-Verlauf danach für Jahrzehnte undenkbar. Und selbst heute ist eine solche Form der Ehe in einer Hollywood-Romcom – gar als Happy End – kaum vorstellbar.
[…] Und habt ihr gesehen, dass die Hauptdarstellerin Sylvia Sidney 65 Jahre später quasi im Alleingang mit Country Music die Aliens in Mars Attacks! besiegt hat? (https://www.youtube.com/watch?v=v38Ir_e2yZc)

Dies nur als vorläufiger Platzhalter zwecks Vollständigkeit bis zum Ersatz durch die Vorführerin (sl 17.10.2023).

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