VVC mit Vorführer ABo samt Silke in GroBo, zugeschaltet die Telko-Teilnehmer: Miri, Jö, Tilmann, Silke, ABo und um Mitternacht noch mit Andreas.
Regie: Matthew Warchus, Drehbuch: Stephen Beresford
Pride ist ein britischer Film aus dem Jahr 2014 von Regisseur Matthew Warchus und beruht auf tatsächlichen Begebenheiten. Der Film feierte seine Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2014 und gewann dort den Queer Palm Award.
Pride erzählt von Lesbians and Gays Support the Miners, einer Gruppe homosexueller Aktivisten, die 1984 für streikende Bergleute Geld sammelten. Der Film startete bundesweit am 30. Oktober 2014 in den deutschen Kinos.[…]
Historischer Hintergrund: Der Film geht auf die Lebensgeschichte des LGBT-Aktivisten Mark Ashton sowie auf die Gründung der Kampagne LGSM und deren Wirken zurück. Die Londoner Gruppe von LGSM unterstützte streikende Bergarbeiter in den walisischen Regionen Vale of Neath und Swansea Valley während des britischen Bergarbeiterstreiks von 1984 und 1985 durch das Sammeln von Geldspenden. Das Benefizkonzert Pits and Perverts fand am 10. Dezember 1984 im Electric Ballroom in Camden Town statt. Der schwule Buchladen Gay’s The Word, zugleich Zentrale von LGSM, existiert noch heute und befindet sich in Bloomsbury, London. Weitere im Film auftretende historische Persönlichkeiten sind die walisische Menschenrechtsaktivistin Hefina Headon sowie die walisische Politikerin und Parlamentsabgeordnete Siân James. […]
Die Welt-Redakteur Thomas Abeltshauser bezeichnet Pride als „sympathische Komödie“ und lobt die darstellerische Leistung von „Schauspielgrößen wie Bill Nighy, Imelda Staunton und Dominic West sowie zahlreichen neuen Gesichtern.“ Zwar rügt der Focus, dass der Film manchmal etwas pathetisch geraten sei, aber „die britische Kohlenpott-Komödie erzählt wie jeder gute Ensemblefilm viele Geschichten und verliert ihr Thema dennoch nicht aus den Augen: Solidarität. Zusammen kann man etwas erreichen.“
Gefiel uns allen sehr gut. Mit toller Musik der Zeit.
Dies – wie immer – nur als vorläufiger Platzhalter zwecks Vollständigkeit
bis zum Ersatz durch den Vorführer (sl 31.7.2022)

11 Kommentare:
Da ich den Beitrag nicht editieren kann füge ich meinen Beitrag mal als Kommentar an:
Als die streikenden Kohleminen-Arbeiter (CM für coal miners) von der Polizei drangsaliert und von den Medien verunglimpft werden, fällt Mark die Ähnlichkeit zur Rolle der Lesben und Gays (LG) auf. Daraufhin gründet er LGCM, deren Ziel das Sammeln von Geld zur Unterstützung der Arbeiter ist.
Was zunächst als äußerst schwieriges Unterfangen beginnt, entwickelt sich zu einer Bewegung des Verständnisses für LG Anliegen bei CM.
Nach einigem hin und her und dem Scheitern der CM in einem einjährigen Streik gegen die damalige Thatcher-Regierung gipfelt die Geschichte in einer Solidaritätskundgebung der CM bei einer Demonstration für mehr LG Rechte.
Diese Kooperation erweist sich als sehr fruchtbar, denn dem Anliegen der LG Gemeinschaft wird Rechnung getragen.
So hatte die LGCM Bewegung am Ende doch was Gutes, wenn auch nicht für den CM Part.
Trotz der Länge war der Film überwiegend kurzweilig und hatte sehr unterhaltsame Musik im Gepäck.
Hab’ ich gerade nachgeholt. Gut, dass ich an dem Abend nicht dabei war, ich hätte euch die Laune verdorben. Ich reagiere geradezu allergisch darauf. Da wurde stur nach Rezept für saublöde Feel-Good-Movies vorgegangen: Man nehme Gruppen von Menschen, die möglichst weit voneinander entfernt sind. Die Unterschiede werden klischeehaft überbetont und aus den Reaktionen aufeinander werden billige Gags gewonnen. Dann wird die Annäherung gegen Widerstand innerhalb der Gruppen und mit Rückschlägen zwischendurch vollzogen bis am Ende alles in wohligem Wir-haben-uns-alle-lieb-Gefühl verklebt wird. Bei jeder – immer vorhersehbaren – Wendung, bei jedem Rückschlag und jedem Gemeinschaftserlebnis muss mit aller Kraft die Emotion der Zuchauenden verstärkt werden, Großaufnahmen mit Tränen in Gesichtern und voller Orchestereinsatz sind ein Muss, kein Mittel ist abgedroschen genug, um es nicht aufzufahren. Ich fühle mich wie von einer Zuckergusswalze überfahren. Oder wie vom Rattenfänger abgeholt. Er flötet uns das Hirn weich und wir folgen ihm alle in den finsteren Berg. Dass das Ganze auf Tatsachen beruht, macht es um so schlimmer. Noch schlimmer als „The Full Monty“ („Ganz oder gar nicht“, „Billy Elliot“, Monsieur Claude und seine Töchter“ oder „Ziemlich beste Freunde“) Was für ein Frevel ein solches, tatsächlich wundersam rührendes historisches Ereignis mit Disney-Mitteln zu beschmutzen! Der Film spuckt auf das Grab des Aktivisten und Kommunisten Ashton, der die LGSM-Gruppe gegründet hat und mit 26 an Aids gestorben ist. Ein Film solcher Machart setzt die Dummheit seines Publikums voraus und verstärkt sie. Ein Film solcher Machart ist beleidigend.
Nach dem gleichen Rezept ließen sich Filme über langhaarige Anti-AKW-Aktivisten und urige, plattdeutsch sprechende Bauern erzählen. Über hausbesetzende Punks und ehrliche Arbeiter. Über jüdische Ghetto-Bewohner und zu Aufsehern verdonnerte Aufpasser, die beim großen Klezmer-Reigen zusammen finden.
Der mit Abstand schlimmste Film des VC-Jahres.
Hoffentlich hab’ ich mit meinem Anti-„Pride“-Rant heute morgen niemanden beleidigt. Ich weiß, ich bin bei solchen „Filmen, die „warmherzig“ sein sollen, empfindlich, warum auch immer. Und ich befinde mich damit in einer krassen Minderheit. Nicht nur die IMdB- und Letterboxd-Werte sind gut, auch die Kritiken lesen sich durchweg positiv, ob englisch- oder deutschsprachig.
Bei Letterboxd finden sich aber immerhin ein paar Kommentare, die mir zeigen, dass ich zumindest nicht der einzige bin, der das richtig schlimm findet.
„This is the most cliché, manipulative, unoriginal gay movie I’ve ever seen. The most boring and uninteresting way of telling a story about the LGBTQ+ community uniting with another helpless community to help each others out but the other community dislikes the other so the first has to win their love is cheap to say the last, the overdone moments that happened in every bad gay movie that tried to be an ally to the community always revolve around the homophobes become gay friendly, the straights become gay, the closeted guy comes out and suddenly becomes overly confident, the broken gay couple coming back together, It’s all in my opinion just a one trick pony and I really dislike it for that.
Happy pride month tho“ (SnoopEEEE)
„come on, it's not a good film.
perhaps, a good story . . . but not . . . a . . . good . . . film.“ (UpTheFilms)
„there's a scene where everyone starts singing this weird ass communist anthem and it's like some kind of nazi propaganda film“ (donutcare)
Wieso kann du eigentlich den Beitrag nicht editieren, ABo? Wir sind doch alle gleichberechtigte Admins, oder nicht?
natürlich war der Film kitschig und "kein guter Film", aber ich vermute, er war darauf angelegt, ein breites Publikum, auch jenseits der LGBTQ-Szene, anzusprechen und dass scheint er ja zu erfüllen.
natürlich hatte ich den Film vergessen, aber Dein Kommentar hat wieder einiges an Bildern hervorgebracht. Das war so ein bisschen wie dieser irisches Musikfilm in den 90ern, The Commitments, oder so. Jedenfalls kann ich mich auch nicht an The Commitments erinnern. Von daher vielleicht auch falsch.
Ich meine zu erinnern, dass der reale Hintergrund an der Geschichte interessant war. Dass es überhaupt so eine Schwulen-Lesben-unterstützen-die-Miners-Gruppe gab. Dass der Film eine solche Randerscheinung der Geschichte ausgräbt und zugänglich macht, scheint mir eigentlich positiv zu sein. Ebenso meine ich zu erinnern, dass wir uns in der Telko darüber unterhalten hatten.
Grade denke ich, was für ein nutzloser Kommentar. Egal
Silke hatte den Post angelegt und ich habe offensichtlich keine ausreichende Berechtigung den zu editieren. Wird mir nur bei meinen Beiträgen angeboten.
Hoffe, du konntest dich etwas beruhigen ;-)
Dafür, dass du ihn so schlecht findest, schreibst du sehr viel Text.
Ob ich damit dieses Jahr die rote Laterne gewinne, will ich erstmal sehen. 8-)
Das Foto habe ich beim Filmklub-Husum gefunden
ABo, du hattest tatsächlich keine Admin-Rechte. Hab' ich eben geändert. Jetzt kannst du alles nach Belieben umschreiben oder gleich löschen.
Sehr irritierend fand ich ja auch, dass Jimmy McNulty, der Baltimore-Bulle aus "The Wire" den verklemmten Walisen zeigt, wie tanzen geht. Und dass McNulty mit dem süßen Priester aus "Fleabag" zusammen ist. Der übrigens die einzige WIRKLICH bewegende Szene im Film hatte, wie ich fand. Als er nämlich für seinen Freund ans Telefon geht und die Anruferin aus Wales seinen Akzent erkennt und ihre paar freundlichen Worte auf walisisch ihn völlig aus der Fassung bringen.
Die rote Laterne bekommst du für "Neptune Frost", schätze ich, ABo. :)
Auch ich hatte den Film schon vergessen, und auch an die nachfolgenden Diskussionen kann ich mich kaum erinnern. Ich meine aber, dass Silkes Resümee "Gefiel uns allen sehr gut." in Bezug auf mich nicht ganz akkurat ist. Sicherlich war meine Einschätzung weit entfernt von Gunnars bewundernswerter Radikalität und Konsequenz, aber den Hinweis, dass es sich um ein von der Machart her sehr gewöhnliches Feelgood-Movie mit konfektionierten Gefühlen handelt, das die Fakten verdreht, um eine "runde" und möglichst herzerwärmende Geschichte hinzubekommen – also den Hinweis habe ich, glaube ich, schon gegeben. Gut möglich aber auch, dass ich daneben in den allgemeinen Chor eingefallen bin, also den Film a) ganz unterhaltsam fand und mich b) gefreut habe, von der behandelten, mit zuvor unbekannten Thematik zu erfahren.
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