Freitag, 23. Oktober 2020

Soy Cuba (Kuba/UdSSR 1964, Michail Kalatosow)

Soy Cuba

Der Film besteht aus vier eigenständigen Geschichten über das Leiden der kubanischen Bevölkerung und ihre Reaktion darauf, die von passivem Dulden in der ersten bis zu bewaffnetem Widerstand in der letzten reicht. Zwischen den Episoden stehen poetische Monologe eines weiblichen lyrischen Ichs, das sich selbst als Kuba bezeichnet.

Die erste Geschichte dreht sich um die junge Frau Maria. Diese ist gezwungen, als Tänzerin und Prostituierte „Betty“ in einem von Havannas Nachtclubs zu arbeiten, der insbesondere von reichen Amerikanern frequentiert wird. Marias Freund Rene, der als Obstverkäufer arbeitet, weiß nichts von ihrem Beruf. Auf Drängen eines Kunden nimmt Maria diesen mit zu ihrer kleinen Hütte in einem ärmlichen Viertel Havannas. Am nächsten Morgen wirft er ihr ein paar Dollar hin und nimmt ihre wertvollste Habe, eine Halskette mit Kruzifixanhänger, mit. Als er gerade aufbricht, kommt Rene herein und sieht seine beschämte Verlobte. Der Amerikaner verabschiedet sich gefühllos von „Betty“ und lässt den verdutzten Rene einfach stehen. Auf dem Rückweg durch die Slums wird er von hungrigen Kindern umlagert.

Die nächste Geschichte handelt von dem Bauern Pedro, der gerade seine bislang größte Zuckerrohrernte großgezogen hat. Als Pedro gerade mit der Ernte begonnen hat, kommt sein Verpächter zu seinem Bauernhof geritten, um ihm mitzuteilen, dass er Pedros Land an United Fruit verkauft habe, und Pedro und seine Familie unverzüglich gehen müssten. Auf Nachfrage erklärt er, dass Pedro auch die Ernte nicht behalten dürfe, und reitet davon. Pedro gibt seinen Kindern gegenüber vor, dass alles in Ordnung sei. Er händigt ihnen das ganze Geld aus und trägt ihnen auf, sich in der Stadt zu amüsieren. Nachdem sie gegangen sind, setzt Pedro die Ernte und die Wohnhütte der Familie in Brand. Er bricht zusammen und stirbt.

Die dritte Geschichte beschreibt die Unterdrückung rebellischer Studenten an der Universität von Havanna, die von einer Figur namens Enrique angeführt werden. Enrique brennt ein Autokino nieder, das gerade Filmaufnahmen des Diktators Batista zeigt, und rettet Gloria, eine junge Frau, die auf offener Straße von amerikanischen Matrosen bedrängt worden ist. Er widersetzt sich der Parteidisziplin und zieht los, um einen brutalen Polizeichef vom Dach eines Wolkenkratzers aus zu erschießen, aber als er ihn durch das Zielfernrohr im Kreis seiner Familie sieht, kann er nicht abdrücken. Während Enrique weg ist, drucken seine Mitstreiter Flugblätter. Es kommt zu einer Hausdurchsuchung und die Studenten werden verhaftet. Einer der Revolutionäre beginnt, Flugblätter von einem Balkon zu der darunter versammelten Menschenmenge hinabzuwerfen, und wird von einem Polizeibeamten erschossen. Daraufhin führt Enrique eine Protestkundgebung an der Universität an. Die Polizei setzt Wasserwerfer ein, um die Versammlung aufzulösen. Nachdem die Demonstration einen gewalttätigen Verlauf nimmt, wird Enrique von demselben Polizeichef, auf den er zuvor gezielt hat, erschossen. Sein Körper wird bei einem großen Trauermarsch, an dem auch Gloria teilnimmt, durch die Straßen Havannas getragen.

Der letzte Teil zeigt Mariano, einen typischen Bauern, der die Aufforderung eines Revolutionssoldaten, sich den Rebellen anzuschließen, zurückweist. Der Soldat appelliert an Marianos Wunsch nach einem besseren Leben für seine Kinder, aber Mariano will nur in Frieden leben und besteht darauf, dass der Soldat geht. Unmittelbar danach beginnen jedoch Flugzeuge der Regierung, das Gebiet wahllos zu bombardieren. Marianos Hütte wird zerstört und sein kleiner Sohn getötet. Infolgedessen schließt er sich den Rebellen in den Bergen der Sierra Maestra an und erkämpft sich heldenhaft ein Gewehr von dem Feind. Der Film endet mit einem Triumphmarsch der Guerrilla-Armee nach Havanna, um die Revolution auszurufen.


 

Dies nur als vorläufiger Platzhalter zwecks Vollständigkeit bis zum Ersatz durch den Gastgeber.

Gastgeber: Tilmann, Gäste: Andreas, Gunnar, Silke, ABo, Miriam, Sven, Jö & Rene

1 Kommentar:

Zander hat gesagt…

Sven war auch dabei.