Der erste VVC-Abend hat technisch erfreulicherweise reibungslos geklappt. Bis dahin wussten wir nicht, ob Serverkapazität und die hiesige Bandbreite ausreichen würden für fünf parallele externe Zugriffe plus einem internen. Ich habe bewusst einen Film, der in 1080p vorliegt gewählt und niemand hat von Stocken und sonstigen Widergabeproblemen berichtet. Wir können also opimistisch sein und davon ausgehen, dass das regelmäßig klappen wird. Ach ja, Miriam hat doch ein obskures Problem gemeldet, hoffentlich war das nur ein Bedienungsfehler. Ansonsten wär's ein Grund zur Sorge. ("Bei mir war der Film nach 20 Min. zu
Ende und ich musste erstmal 'zurückspulen'".)
Marcel Pagnol, bekannt auch als Schriftsteller, hatte sich in den dreißiger Jahren ein eigenes kleines Filmimperium in Marseille aufgebaut und gilt als einer der bedeutendsten französischen Regisseure seiner Zeit. Ich hatte noch nie etwas von ihm gesehen und hatte die Hoffnung, dass das eine schöne, überraschende gemeinsame VC-Entdeckung werden könnte. Handlungsort ist ein provenzialisches Kaff, in dem der neue Bäcker, kaum ist er angekommen, seine viel jüngere, Vamp-artige Frau an einen gut aussehenden Schäfer verliert. Aus Verzweiflung besäuft sich der Bäcker und weigert sich fortan zu backen, weshalb die Männer des Dorfes sich auf die Suche nach der ausgebüxten Braut machen um sie dem rechtmäßigem Besitzer zurück zu bringen. Ideologisch ist das also fragwürdig und sehr offensichtlich alles andere als ein moderner Stoff, aber der großartige Hauptdarsteller Raimu, die Ansammlung skurriler Typen, die eigenwilligen Dialoge und das Flair des Provinzkaffs haben soviel Charme, dass mir das trotzdem gut gefallen hat. Sven und Miriam ging das ähnlich, Andreas ist eingeschlafen und Rene, der sich aber bislang auch noch für keinen älteren Film erwärmen konnte, war genervt. Silke konnte leider keine Milde walten lassen und hat wie ein Rohrspatz über die chauvinistische Figurenzeichnung und Handlung geschimpft, zu recht natürlich.
Schönste Dialogzeile: "Ich habe auch Rosé."
Schönster Kommentar: "Der hat mehr als das Seepferdchen." (Rene)

5 Kommentare:
Gut formuliert - ich weiß nicht, ob man in einigen Monaten, Jahren noch die Dialogzeile oder meinen Kommentar unterbringen wird aber dann muss man sich den Kracher halt noch einmal anschauen, dann wird alles klar.
Also, ich muss zweimal heftig widersprechen! Es war natürlich kein Bedienungsfehler (wirklich nicht, und es gab zwischendurch auch Tonaussetzer und so). Außerdem habe ich nie behauptet, dass mir der Film gefallen hat. Es war eher "a g'scheiter Schmarrn" und viel zu lang! Aber nichts für ungut - es war halt die Premiere...
gez. Miriam
Alles in allem war der Abend für mich ein echtes Highlight in diesen unerfreulichen Zeiten, wenn ich das mal ganz unironisch sagen darf!
Bezüglich der Freude über den Abend stimme ich AS vollkommen zu. Die TelKo wie in den Achtzigern: köstlich. Schön, Euch mal wieder zu hören. Sonst war da beim Film wenig Erfreuliches, ich war regelrecht verstimmt.
Schickt ihr offizielle Absprachen zu Terminen und so wie gehabt über Mail? Die Plaudereien in Telegram werde ich nur selten sichten können, und das wird sich die nächsten Wochen auch nicht ändern wegen meines Job, bis das digitale Semester einigermaßen auf Spur gekommen ist.
Kommentar veröffentlichen