Am 20.08. bei Sven:
Eine Entdeckung ist die 1952 im Auftrag der österreichischen Regierung produzierte Satire „Der 1. April 2000“, kuriose Science-Fiction in der Regie Wolfgang Liebeneiners, mit Josef Meinrad als Bundeskanzler, der die Unabhängigkeit des noch immer besetzten Österreich mannhaft proklamiert. Die „Weltschutzpolizei“ gibt schließlich klein bei – auch deshalb, weil Hans Moser und Paul Hörbiger trällern: „Die Sonne scheint auf alle gleich, warum nicht auch auf Österreich?“ Drei Jahre später wurde die Unabhängigkeit wahr. Ein Geheimpapier belegt, dass die Österreicher in den Verhandlungen mit den Alliierten jeder „Schuld-Verbundenheit“ mit Deutschland eine Absage erteilten. Der Opfermythos wurde zur Gründungslegende. (SZ vom 28.07.2005)
Dabei waren am wärmsten Tag des Jahres Andreas, Stefan, Stephan, Gunnar und Miriam.
Anmerkung von Gunnar:
Dem Cover oben haben wir den zweifelhaften Genuss des Films zu verdanken: Sven fühlte sich angesprochen, wohl lustigen Sci-Fi-Trash erwartend. Dann gab es aber haarstäubende österreichische Geschichtsklitterung in "heiterem Gewand" mit maßlos ausufernden Operettenszenen, die von den Gebrüdern Sedlmair als "superinteressant" begrüßt wurde. Die weniger große Begeisterung aller übrigen Anwesenden wurde damit erklärt, dass sie "keine Ahnung von Geschichte" hätten. Meiner Einschätzung, dass es sich um einen in allen Belangen und vor allem als Komödie gescheiterten, einfach schlechten Film handele, zeige einfach nur, das es mir an Kriterien mangele, um so einen Film einzuordnen, so Stefan, der sogar das Wort "genial" zur Beschreibung des Machwerks benutzte. Wie schon öfter, hielt er Unzulänglichkeiten für beabsichtigt, meinte etwa, die positive, operettenselige Beschreibung Österreichs sei "ironisch" gemeint. Da hat dann aber nicht mal mehr sein Bruder zugestimmt.
So polarisierend war schon lange kein Film mehr im VC. Schade, dass ich nicht auf der Seite der Gutfinder sein konnte. Da hätte ich mehr Spaß gehabt.
1 Kommentar:
Noch etwas: Passend zum verlogenen Inhalt ist der Regisseur auch noch verdienter Nazi-Film-Bonze:
"1939 wurde er Leiter der Fachschaft Film der Reichsfilmkammer. Nach einigen Unterhaltungsfilmen wurden ihm von Goebbels bald politisch wichtige Projekte anvertraut: Mit Bismarck schuf er dem "Eisernen Kanzler" ein filmisches Denkmal. 1941 führte er in enger Zusammenarbeit mit dem NS-Propagandaministerium Regie im Film Ich klage an, der Tötung auf Verlangen einer Multiple Sklerose-Patientin thematisiert. Dieser Film gilt nicht zuletzt aufgrund seiner manipulativen Meinungsbildung pro Tötung auf Verlangen als „Euthanasiefilm“, der die Patientenmorde der Aktion T4 rechtfertigen sollte. Der Film Die Entlassung (1942) stellte wieder Bismarck in den Mittelpunkt. Im Jahr 1942 wurde Liebeneiner Produktionschef der Ufa und Mitglied des Präsidialrats der Reichstheaterkammer. 1943 zeichnete ihn Goebbels mit einem Professorentitel aus." Sagt Wikipedia.
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