Freitag, 1. Februar 2008

Sherlock Jr.


Zu unserer kleinen Jubiläumsveranstaltung am 31.1.08 gab es bei Gunnar:
Sherlock JR., (imdb) 1924 Regie und Hauptdarsteller und Schnitt und Co-Produzent: Buster Keaton, Bew.: 1,5
Da waren Andreas, Angela, Miriam, Stefan, Sven, Larissa, Tish und Gunnar, Bewertung: 1,5.

Vorab sahen wir noch einmal die Kurzfilme UNTER DIE HAUT und SID & BURT, außerdem Aussschnitte aus SIMPLE MEN von Hal Hartley und KAP DER ANGST, der Scorcese-Film, der am allerersten VK-Abend gezeigt wurde.


Aus SIMPLE MEN



Trailer von KAP DER ANGST


Der Keatonfilm kam ausgesprochen gut an, bei ausnahmslos allen, wenn ich mich nicht täusche, es begeisterten die clevere Tricktechnik, die Komik und die überraschende Traumsequenz.
Erstaunlich alterslos, der Film.



Wikipedia:

Sherlock, jr.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Filmdaten
Deutscher Titel: Sherlock, jr. / Sherlock Holmes jr.
Originaltitel: Sherlock, jr.
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1924
Länge (PAL-DVD): 42 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 0
Stab
Regie: Buster Keaton
Drehbuch: Clyde Bruckman, Jean C. Havez, Joseph A. Mitchell
Produktion: Joseph Schenck, Buster Keaton
Kamera: Elgin Lessley, Byron Houck
Schnitt: Buster Keaton
Besetzung

Sherlock, jr. ist eine US-amerikanische Stummfilmkomödie von und mit Buster Keaton aus dem Jahr 1924


Handlung

Filmvorführer Buster liebt ein Mädchen, wird aber nach einer Intrige des Nebenbuhlers des Hauses verwiesen. Im Traum sieht er sich als Meisterdetektiv, der mit unglaublicher Raffinesse seinen Nebenbuhler als Verbrecher entlarvt und nebenbei das geliebte Mädchen erobert. In der Realität jedoch löst seine Geliebte den Fall selbst.

Bemerkungen

Produktion

Der mit rund 42 Minuten kürzeste abendfüllende Film von Buster Keaton zählt zu seinen erstaunlichsten. Indem der Großteil der Handlung im Traum des Filmvorführers stattfindet, hatte Keaton die Möglichkeit, eine Fülle von "unmöglichen Gags", Filmtricks und Stunts einzusetzen, die in einer realitätsbezogeneren Komödie, wie es etwa davor Our Hospitality gewesen ist, nur schwer Platz gefunden hätten. Aufgrund seiner cleveren Konstruktion zählt Sherlock Jr. heute bei vielen Kennern zu den besten Filmen, die je gedreht wurden. Filmkritiker schätzen ihn als ein filmisches Essay über das Wesen des Kinos. Bei seiner Premiere zeigte sich Publikum und Kritik jedoch nicht sonderlich begeistert. Wie einige Werke Keatons sei gerade dieses mehr erstaunlich als lustig. Die späte Reputation hat Sherlock Jr. mit dem bedeutend teureren The General (1926) gemein, wobei Sherlock Jr. wenigstens seine Produktionskosten einspielte.

Tricktechnik

Als der Traum beginnt, entsteigt aus dem schlafenden Filmvorführer dessen geisterhaftes "Traum-Ich", nimmt seinen Hut vom Haken (der reale Hut bleibt natürlich hängen) und geht in den Kinosaal. Hier wird mit vergleichsweise simpler Doppelbelichtung gearbeitet. Um vieles komplexer werden die Effekte kurz darauf: Im Traum springt Buster in die Leinwand und damit in die Szenerie des Films. In der Folge ist er gleichsam im Film gefangen, als sich in einer schier endlosen Schnittfolge die Umgebung Busters ständig ändert: Von Salon zu Eingangsportal zu Gartenanlage zu Straße zu Gebirge zu Dschungel zu Wüste etc. Dabei ist Buster stets bemüht, sich auf die plötzlich neue Situation einzustellen, doch wenn er sich auf die Gartenbank setzt, landet er unsanft auf dem Straßenpflaster, und als er von einem Felsen in der Brandung ins Meerwasser springt, findet er sich kopfüber im Schnee. Da es damals weder Rückprojektionen noch die Bluescreen-Technik gab, standen auch erfahrene Kameramänner ob der Perfektion dieser über zwei Minuten dauernden Sequenz lange vor einem Rätsel. Wie Buster Keaton erläuterte, wurde der Effekt unter anderem durch eine genaue Abmessung der Kameraentfernung und durch den Einsatz rasch entwickelter Negative der jeweils letzten Szene erreicht. Ein entwickelter Filmkader wurde in den Sucher der Kamera gesteckt, und der Kameramann konnte die genaue Haltung Buster Keatons danach ausrichten.

Viele der weiteren, höchst verblüffenden Effekte und Gags aber entstammen aus dem Repertoire des Vaudeville, wo Keaton seit frühester Kindheit arbeitete. So flüchtet Buster beispielsweise vor seinen Verfolgern, indem er in einen Bauchladen springt, den sein Assistent trägt, und so spurlos verschwindet. Oder er tarnt sich als alte Frau, durch einen Sprung durch ein offenes Fenster, in dem das Kostüm vorbereitet war, das er sich auf diese Art überstreift.

Stunts

Es kommt im Film zu einer Verfolgungsjagd, in der Sherlock Jr. (Buster) auf der Lenkgabel eines Motorrads sitzt, das von seinem Assistenten gefahren wird. Durch eine holprige Straßenmulde fällt der Fahrer jedoch vom Sitz und bleibt auf der Straße zurück, während Sherlock Jr. nichtsahnend weiter durch den Verkehr rast. Für den unsanften Sturz hatte Buster Keaton den Fahrer gedoubelt, während er, der vorne auf der Lenkgabel sitzen soll, von jemand anderen gedoubelt wurde. Als ungleich gefährlicher offenbarte sich ein anderer Stunt: Keaton rettet sich vom Dach eines fahrenden Zugs, indem er sich an einen Wasserkran krallt. Dabei hatte Buster Keaton die Kraft des Wassers unterschätzt, von dessen Strahl er erfasst und gegen die Gleise geschleudert wurde. Er klagte im Anschluss über Kopfschmerzen. Doch erst Jahrzehnte später sollte ein Arzt durch Röntgenaufnahmen erkennen, dass Keatons Genick angebrochen war.


3 Kommentare:

Andreas hat gesagt…

Mann, warst Du fleißig! Werde versuchen, den nächsten Film zu übernehmen.

Gunnar hat gesagt…

Prima - und dann geh doch schon mal die restlichen Filme aus den letzten 10 Jahren an. Wäre doch ein Jammer, bliebe das hier unvollständig.

Andreas hat gesagt…

Tja, wenn man bedenkt, dass ich es in diesen zehn Jahren noch nicht einmal geschafft habe, eine Excel-Tabelle mit allen Filmen zu erstellen, dann stehen die Chancen für ein Verbloggen der etwa 400 gesehenen Werke eher schlecht. Aber wer weiß ...
Hoffe übrigens, dass das "Aufräumen" des Wiki-Eintrages in Deinem Sinne war und ohne Kollateralschäden vonstatten ging (sieht bislang so aus).