Freitag, 6. März 2020

Gadjo Dilo (FRA/RUM 1997, Tony Gatlif)

Dieser Film war eine Empfehlung meiner Arbeitskollegin Smaranda, die, mit rumänischen Wurzeln und großem Filminteresse, geraten hatte diesen Film unbedingt anzuschauen. Also auf die Wishlist und für den Videoklub vorgemerkt. Gunnar war so gut und hat den Film besorgt - für alle Abwesenden: Die Perle liegt in der Plex Mediathek.

An diesem Abend kamen Gunnar und Miriam vorbei, es gab sprudelndes Bier und frisches Popcorn und das passte perfekt zu dieser schönen, chaotischen Komödie.

Der Inhalt ist nicht ganz so einfach wiederzugeben, um dem Film richtig einzufangen. Stephane, ein junger Franzose, sucht in Rumänien eine Sängerin, die er von einer Musikcassette seines Vaters kennt.
Der Sprache nicht mächtig und schlecht ausgerüstet trifft er den Roma Izidor, der ihn in seine Gemeinschaft einführt und ihm seine Sprache und Kultur beibringen will.

Stephane, der "Gadjo Dilo" (beste Übersetzung ist wohl der verrückte Nicht-Roma), hat es anfangs schwer - mit rassistischen Aussagen, die wohl sonst eher die Roma selber zu hören bekommen, wird er angefeindet und abgelehnt. Mit der Zeit erobert er aber die Herzen der Dorfbewohner und wird ein Teil der Gemeinschaft. Eine Liebesgeschichte entwickelt sich zwischen ihm und Sabina, die ihn auch zuerst rüde attackiert. Gegen Ende kommt es zu einer Katastrophe als Izidors Sohn Adriani aus dem Gefängnis entlassen, sich an seinen vermeintlichen Feinden rächen will und von einem wütenden Mob gelyncht wird.

Ach, es passieren soviele Kleinigkeiten nebenbei, viel Musik, viel Alkohol und viele Begegnungen, die diesen Film mehr ausmachen als die grobe Rahmenhandlung. Mich hat zum Beispiel der Bau eines Schallplattenspielers aus Bratpfanne, Zeitungspapier und Nadel zum Lachen gebracht. Tony Gatlif, der selber Roma-Wurzeln hat, hat hier einen tollen Film gemacht, der vor allem durch die tollen Darsteller lebt.
Am Ende waren Gunnar, Miriam und ich rundherum zufrieden.
Das nötige Vokabular für den nächsten Rumänien-Aufenthalt haben wir jetzt auf jeden Fall...

P.S.: Ich wollte hier noch etwas schreiben, wo Gunnar meinte, dass ich es mir nicht merken werden, das hab ich aber jetzt leider vergessen. Gibt es Tipps der Gäste?

3 Kommentare:

Gunnar hat gesagt…

Hab's mir natürlich selber nicht gemerkt.

Gunnar hat gesagt…

Gut zu wissen, dass Gatif selbst halber Roma ist. Mindert das leise Gefühl, dass die Roma uns vorgeführt werden wie Zootiere. Ein Gefühl, das mich schon bei den Kusturica-Filmen damals beschlichen hat.

Silke hat gesagt…

Haben Andreas B. und Silke Ende März nachgeholt und fanden ihn großartig. Danke für die versteckte Perle, Rene! Musik, Romanze und Roma – was will frau mehr? Das Sprachwirrwarr hat uns besonders gut gefallen. Und natürlich das DIY-Grammophon. Und Izidor natürlich, armer Kerl. La vie est ci drôle!