Donnerstag, 29. August 2019

La Collectionneuse (FRA 1967, Rohmer)

Mit Andreas und Miriam gab es heute einen Video-Club in Minimal-Besetzung. Austragungsort war die Bachstraße und es fing sehr dramatisch an, denn meine Klingel- und Türöffnungsanlage war komplett ausgefallen, ohne dass ich davon wusste.
Als wir dann beisammen saßen, hatten wir uns entschieden einen frühern Film von Eric Rohmer zu sehen. Die Sammlerin von 1967. Ich kenne seine Filme aus den 80.ern und 90.ern und fand sie eigentlich immer eher schlicht und schlecht. Daher dachte ich, dass vielleicht sein Frühwerk seine große Reputation begründet hat.

Dieser Film hat es bei mir nicht geschafft, obwohl er z.B. von IMDb mit 7.6 bewertet wird.

Die Handlung kann Wikipedia sogar mit einem Satz zusammenfassen:
Ein Mann lernt ein junges Mädchen kennen, mit dem er sich eigentlich nicht einlassen will, was ihm jedoch zunehmend schwerer fällt.

Filmisch war es keine Besonderheit, die Dialoge waren grauenhaft (angeblich hatten die Hauptdarsteller die Texte größtenteils improvisiert, weshalb sie von Rohmer auch als Mitwirkende des Drehbuchs aufgeführt wurden) - mir ist auch der Sound sehr unangenehm aufgefallen.

Das Lexikon des internationalen Films urteilte: "Tagebuchartige, durch die verhaltene Gestaltung kühl distanzierte Schilderung einer von Pseudophilosophie geprägten Verhaltensweise, deren Beurteilung Rohmer dem Zuschauer überlässt."
Der evangelische Filmbeobachter sagte: "Literarischer Film mit formalen Qualitäten, der mit intellektuellem Anspruch wertfrei und ohne Anspruch auf Klärung Fragen diskutiert, die vor allem junge Menschen interessieren. Wegen selbstgefälliger Unverbindlichkeiten keine Empfehlung."

Ich denke, ich spreche im Namen von Miriam und Andreas, dass dieser Film keine Meisterleistung war.
Alle Nichtanwesenden haben rein gar nichts verpasst...

2 Kommentare:

Andreas hat gesagt…

Also da muss ich doch mal vehement widersprechen: Ein Meisterwerk war der Film in der Tat nicht, aber sehenswert fand ich ihn dennoch (und ich glaube Miriam auch). Ich bin sehr froh, dass wir ihn geguckt haben.

Miriam hat gesagt…

Das hast Du schön gesagt - ich fand ihn wirklich auch nicht so schlecht!