Donnerstag, 5. Oktober 2017
Pickpocket (Frankreich 1959)
Ein letztes Mal traf sich der VC in der alten Wohnung in der Simon-von-Utrecht-Straße. Anwesend bei diesem semi-historischen Ereignis waren neben Katrin und mir Silke, Miriam und Rene.
Tja, der Film ... Manche, z. B. das Filmlexikon, würden sagen, dass es sich um "eine in der typischen Formsprache Robert Bressons - Groß- und Detailaufnahmen, monologische und elliptische Erzählstruktur, Bedeutung des Gegenständlichen - gehaltene spröde Charakterstudie" handelt. Andere, z. B. Silke und Katrin, sehen in "Pickpocket" lediglich einen schlecht inszenierten und noch schlechter gespielten Film, der höchstens durch seine unfreiwillige Komik unterhalten kann. Und ich bin unentschlossen. Das permanente Gekichere der erwähnten Damen ging mir zwar mächtig auf den Senkel, aber so richtig als Meisterwerk verteidigen mochte ich den Film dann auch nicht.
Lieber noch ein wenig Statistik: "Pickpocket" war nach meinen Aufzeichnungen der dritte Film von Robert Bresson, der im VC lief. Im Jahr 2000 gab es bei mir "Mouchette" und 2004 bei Marina (!) "Les Dames de Bois de Boulogne". Glaubt man der Kritik, so gibt es noch jede Menge Meisterwerke aus der Hand des übrigens erst 1999 verstorbenen Franzosen zu entdecken. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich das wirklich noch mal riskieren möchte.
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3 Kommentare:
Wir haben auch "Un condamné à mort s'est échappé" gesehen. Hast du sogar selbst gezeigt und alle fanden ihn beeindruckend, so meine Erinnerung.
Stimmt, das war wohl in der aufzeichnungslosen Zeit.
Habe "Pickpocket" gerade nachgeholt. Und fand, dass der Film trotz oder gerade wegen seiner kochentrockenen Erzählweise eine ungeheure emotionale Wucht entfaltet. Vielleicht war's einfach nicht der richtige Abend, als Ihr ihn gesehen habt. Wenn Ihr einverstanden seid, versuchen wir's nochmal mit Bresson demnächst.
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