Bei Andreas. Mit Gunnar, Silke, Sven und Katrin.Als erstes muss ich einen Fehler korrigieren: Ich habe im Gespräch und auch hier im Blog mehrfach behauptet, dass wir einen Film mit dem deutschen Titel "Hochzeit auf Italienisch" gesehen haben, und ich meinte damit "Ieri, oggi, domani". Der heißt aber auf Deutsch, ganz brav übersetzt ,"Gestern, heute und morgen". Bei "Hochzeit auf Italienisch" handelt es sich um einen weiteren Film Vittorio de Sicas, und da der im Original "Matrimonio all'Italiana" heißt, kann ich mein Versehen noch nicht einmal auf eine verwirrende deutsche Titelgebung schieben. Wie es dazu kommen konnte, weiß ich nicht; ich bitte jedenfalls um Pardon.
Die Vollendung der "Auf Italienisch"-Tetralogie habe ich also etwas vorschnell verkündet, aber es spricht natürlich nichts dagegen, dass wir uns die "Hochzeit auf Italienisch" demnächst mal ansehen. Angesichts der beteiligten Schauspieler (Sofia und Marcello, wer sonst?) sollte das keine allzu große Qual sein.
Nun zu "Ieri, oggi, domani". Es handelt sich um einen der in den frühen und mittleren Sechzigern sehr beliebten Episodenfilme, und so erzählt Regisseur Vittorio de Sica hier drei abgeschlossene Geschichten, in denen jeweils Marcello Mastroianni und Sofia Loren die Hauptrollen spielen.
Die erste spielt im Neapel der Fünfziger und zeigt Sofia Loren in einer ihrer Paraderollen, nämlich der einer temperamentvollen Frau aus dem Volke. Die Handlung ist ein wenig albern - um einer Verhaftung wegen illegalen Zigarettenkaufs zu entgehen, wird sie permanent schwanger und bringt ihren Mann damit an den Rand seiner sexuellen Leistungsfähigkeit–, aber dank des komödiantischen und erotischen Schwungs der Loren war die Episode doch sehr unterhaltsam.
An den Rest des Films kann ich mich leider nicht so gut erinnern; ich war an dem Abend leider ziemlich müde. Jedenfalls ist die zweite Episode die Verfilmung einer Kurzgeschichte von Alberto Moravia und entsprechend ernsteren Inhalts als die vorhergehende: Der Liebhaber einer Mailänder Millionärsgattin muss feststellen, dass diese oberflächlich, materialistisch und herzlos ist. Marcello und Sofia waren wohl wieder klasse, wenn ich die Kommentare der wacheren Zuschauer richtig in Erinnerung habe.
Das obige Foto aus Episode Nr. 3 hängt seit Jahren in meinem Schlafzimmer und war für mich der ursprüngliche Grund, diesen Film für den VC zu besorgen. Eine römische Prostituierte will einen jungen Priesterschüler davon abhalten, ihretwegen den Pfad der Tugend zu verlassen, und verspricht ihm dafür, ihrerseits eine Woche lang keusch zu bleiben. Der Leidtragende dieser guten Tat ist ihr von Mastroianni gespielter Liebhaber … aber seht selbst:



2 Kommentare:
Verführung, Scheidung, Eifersucht, Hochzeit also. Ich bin inzwischen gestolpert über "Adulterio all'italiana – Seitensprung auf italienisch" (1966), dann also eine … öh … Pentalogie laut Wikipedia. Hat aber nur 6,6 bei imdb.
Cool, interessante Entdeckung. Ist sicherlich kein Meisterwerk, aber Lust, den zu gucken, hätte ich trotzdem. Immerhin spielt Nino Manfredi mit, am Drehbuch war der hierzulande mal halbwegs bekannte Schriftsteller Luigi Malerba beteiligt, und für den Schnitt zeichnete Marcello Mastroiannis jüngerer Bruder Ruggero verantwortlich ...
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