Donnerstag, 5. November 2015

Inside Out (USA 2015)


Bei Gunnar. Mit Andreas, Silke, Sven und Larissa. Stefan kam später dazu.

Nur wenige Wochen nach dem deutschen Kinostart gab es mit "Inside Out" bzw. "Alles steht Kopf" schon den neuesten Pixar-Film zu sehen, und für mich war es der Höhepunkt des insgesamt starken VC-Jahres 2015. Dass der eine oder andere in unserer Runde zu einer gänzlich anderen Einschätzung kam, war natürlich zu erwarten.

Die Handlung des Filmes in wenigen Worten wiederzugeben, scheint mir kaum möglich. Seltsamerweise gibt es zu dem Werk auch keinen Eintrag im Filmlexikon, deshalb kommt hier die Inhaltsangabe in der deutschen Wikipedia, die den genialen Irrsinn des Drehbuchs ganz gut wiedergibt:

"Mit Riley Andersens Geburt wird gleichzeitig ihre Emotionszentrale gestartet. Freude, ihre erste Emotion, betritt das Kontrollzentrum und Riley lächelt ihre Eltern an. Die erste Erinnerungskugel rollt in die Zentrale und wird abgespeichert. Kurz darauf taucht jedoch Kummer auf, woraufhin Riley anfängt zu weinen.
Rileys Kindheit prägen fortan fünf Basisemotionen: Freude (gelb), Kummer (blau), Angst (lila), Wut (rot) und Ekel (grün). Unter Freudes Leitung führen sie Riley durch den Alltag. Freude sorgt dafür, dass Riley glücklich ist, Angst bewahrt sie vor Schäden und Verletzungen. Wut sorgt für Gerechtigkeit und Ekel dafür, dass Riley nicht krank wird. Nur Kummer scheint anfänglich keine echte Aufgabe zu haben und wird daher weitestgehend unterdrückt. Jede Erinnerungskugel leuchtet in der Farbe, die der zugrundeliegenden Emotion entspricht. Am Ende des Tages befördern sie die Kugeln über eine Rohrpost in das Langzeitgedächtnis. Fünf zentrale, gelbe Erinnerungskugeln werden im Kontrollraum aufbewahrt. Jede dieser Kernerinnerungen erzeugt eine Erinnerungsinsel, aus denen sich Rileys Persönlichkeit zusammensetzt: „Familie“, „Ehrlichkeit“, „Eishockey“, „Freundschaft“ und „Quatsch machen“.
Als Riley elf Jahre alt ist, zieht sie mit ihren Eltern aus ihrer Heimat in Minnesota nach San Francisco. Da der Umzugswagen nicht rechtzeitig eintrifft, muss sich die Familie provisorisch einrichten. Freude versucht, die angespannte Situation ins Positive zu retten, jedoch gerät die Lage an Rileys erstem Tag in der neuen Schule außer Kontrolle. Während sich Riley vorstellen soll, berührt Kummer die aktuelle Erinnerung, woraufhin sich diese blau färbt, sodass Riley in Tränen ausbricht. Als Freude verhindert, dass Kummer auch noch die Kernerinnerungen berührt, kommt es zu einem Unfall, bei dem die Rohrpost beide mitsamt den zentralen Erinnerungen in das Labyrinth des Langzeitgedächtnisses befördert.
Freude und Kummer müssen so schnell wie möglich in die Zentrale zurück, da ohne die Kernerinnerungen die Persönlichkeitsinseln stillstehen. Auf ihrer Reise treffen sie auf Bing Bong, Rileys Fantasiefreund aus Kleinkindtagen. Er schlägt vor, den Gedankenzug zu nehmen, da dieser auch an der Kommandozentrale vorbei fährt. Als Riley am Abend einschläft, bleibt der Zug auf halber Strecke stehen. Um Riley zum Aufwachen zu bewegen, begeben sie sich in die Traumstudios, die gerade Rileys katastrophalen ersten Schultag drehen. Sie platzen in die Aufnahme und verursachen ein Chaos. Sicherheitskräfte verhaften Bing Bong und bringen ihn als Unruhestifter in das Unterbewusstsein. Bei seiner Befreiung locken Freude und Kummer den überlebensgroßen Kindergeburtstags-Clown Jangles in das Filmstudio, wodurch Riley einen Albtraum hat und davon erwacht.
In der Kommandozentrale beraten die verbleibenden Emotionen, wie es weitergehen soll. Drei der fünf Persönlichkeitsinseln sind bereits abgestürzt. Wut schlägt vor, wegzulaufen und in Minnesota neue positive Erlebnisse zu sammeln. Er lässt Riley den Plan umsetzen und bringt damit die letzten verbleibenden Persönlichkeitsinseln, die Familien- und die Ehrlichkeitsinsel, ins Wanken. Als letztere abstürzt, reißt sie die Gleise des Gedankenzugs mit sich, wodurch Freude, Kummer und Bing Bong wieder im Langzeitgedächtnis landen. Freude versucht, über die Rohrpost zurückzukehren, allerdings wird diese zerstört, als Teile der Familieninsel abstürzen. Freude und Bing Bong fallen in den Abgrund, in dem vergessene Erinnerungen entsorgt werden, und es gibt keinen Weg nach oben.
Freude erinnert sich jedoch, dass zuvor Bing Bongs Raketenwagen entsorgt wurde. Es gelingt ihr, mithilfe des Wagens aus dem Abgrund zu entkommen, wobei Bing Bong sich opfert und aus Rileys Erinnerung verschwindet. Freude findet Kummer und sie können schließlich mit dem Trampolin der Familieninsel wieder in die Kommandozentrale zurückkehren. Während der Reise ist Freude klar geworden, dass Kummers Aufgabe unter anderem darin besteht, Bindungen zu stärken, darum überlässt sie ihr das Schaltpult. So gelangt Riley, die inzwischen im Bus nach Minnesota sitzt, im letzten Moment zur Einsicht. Sie läuft nach Hause, wo sie ihren Eltern von ihrem Heimweh erzählt und daraufhin getröstet wird. Durch das Zusammenspiel von Kummer und Freude entsteht eine neue Kernerinnerung, die halb gelb und halb blau ist.
Nach der überstandenen Krise erhält die Zentrale ein erweitertes Schaltpult. Es sind komplexere Persönlichkeitsinseln entstanden, die von mehrfarbigen Kernerinnerungen angetrieben werden."

Ich fand das Ganze nicht nur extrem unterhaltend, sondern auch emotional bewegend und intellektuell erhellend. Wie der Film heute heute auf mich wirken würde, da ich Vater eines kleinen Mädchens bin, das genau diesen ganzen Emotionskram in den nächsten Jahren vor sich hat, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Schätze, dass ich aus trotz der unzähligen Gags aus dem Heulen gar nicht mehr rauskommen würde. Mal sehen, vielleicht probiere ich das demnächst aus.

(Geschrieben am 3. 10. 2018)

1 Kommentar:

Gunnar hat gesagt…

Eintrag aus dem Filmlexikon:

"Als ein elfjähriges Mädchen mit seiner Familie vom Mittleren Westen nach San Francisco umziehen muss, geraten die Gefühle im Kontrollzentrum seines Bewusstseins aus der Balance. Bald kann das federführende Gefühl des Kindes, Freude, ihre „Kollegen“ Ärger, Angst, Ekel und Kummer nicht mehr kontrollieren, sodass das Chaos überhand zu nehmen droht. In turbulenten und gefahrvollen Situationen muss die Freude erkennen, dass sie ohne den Kummer nicht auskommen kann. Ideenreicher, höchst humorvoller Animationsfilm als ein Road Movie durchs menschliche Gehirn, der souverän den Spagat zwischen abstrakter Idee, quietschbunten Settings und actionreicher Erzählweise meistert. Alle Altersgruppen finden dabei unabhängig von Alters- oder Wissensstand etwas, das sie fordert."