Eine Empfehlung meines Mexiko-affinen Freundes Ossi, die bei uns allen sehr gut ankam. Wie auch beim Filmlexikon:
Der Traum einer jungen Mexikanerin vom Titel einer Schönheitskönigin geht anders als gedacht in Erfüllung: Sie fällt in die Hände eines Drogenkartells und wird in eine körperliche wie psychische Achterbahn verwickelt, die sie tief in die Abgründe der mexikanischen Gesellschaft führt. Der souverän inszenierte Thriller entwickelt über hochintensive, minutenlange Kamerafahrten eine ständige Atemlosigkeit, hält aber zwischen stilistischer Eleganz, Pathos und distanzierter Ironie stets die Balance. Überdies flicht er viel vom Alltagsgefühl der Menschen in das harte, pessimistisch grundierte Drama ein.
Noch begeisterter war Gunnar, der mir am Tag danach per Email den folgenden Kommentar zusandte:
"Miss Bala ist nicht nur gut, nein, er ist großartig, finde ich. Formal ist das, vor allem bei den actionreichen Szenen, einer der besten Filme der letzten Jahre. Und ich habe überhaupt noch nie erlebt, dass ein Film sich dermaßen gekonnt und dermaßen konsequent auf die Perspektive einer Figur beschränkt und dabei ein solche Wucht entfaltet.
Wieso ist der bei IMDB so schlecht bewertet? Ich habe ein bisschen in die User-Kritiken geschaut und dabei den Eindruck gewonnen, dass die, die den Film ablehnen, vor allem zwei Punkte stört: Zum einen die mangelnden Identifikationsangebote, die Hauptfigur bleibt den ganzen Film über passiv, es kommt kein Spiderman und auch kein anderer weißer Ritter ins Spiel und Laura Guerrero selbst bringt eben auch nicht den bösen Boss am Ende um. Das ist für Manche offenbar kaum auszuhalten.
Und dazu kommt die Erzählweise, die sich jede Menge Auslassungen erlaubt, Erklärungen vorenthält und wesentliche Handlungsteile im Off stattfinden lässt. Eine Zumutung, nicht nur für das Blockbuster-Publikum, sondern auch für uns Breaking-Bad-und-dergleichen-Gucker."
Dem ist ja nun nicht mehr viel hinzuzufügen.


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