Bei Silke. Mit Sven und Gunnar. Roadmovie mit zwei Frauen im Polen der 1960er Jahre in Schwarzweiß. Betörend schöner Film, fast jede Einstellung für sich ein kleines Kunstwerk. Verdient Oscar erhalten 2015 als Bester fremd-sprachiger Film.
P.S.: Zum Bildaufbau im Film: www.quora.com/Is-there-a-special-composition-structure-in-Polish-film-Ida-2013.

8 Kommentare:
Habe "Ida" gerade noch einmal geguckt, zusammen mit Jö, nachdem wir von Pawlikowskis "Last Resort" und "Summer of Love" begeistert waren. Und mein Eindruck vom ersten Mal hat sich eher noch verstärkt: Auf der rein visuellen Ebene ist das vielleicht sogar der beste Film, den ich je gesehen habe. Macht mich sprachlos beim Zuschauen. Jö war allerdings von der Geschichte genervt und hätte sich gewünscht, dass sie früher aufhört und die letzen 20 Minuten einfach weggelassen worden wären. Er fand die Motivation mehrerer Figuren nicht plausibel. Ich wär' gespannt, was ihr anderen, die damals nicht dabei waren, zu dem Film sagen würdet. Bei dir Andreas, könnte ich mir auch vorstellen, dass du in Rage geraten könntest wie bei Frantz.
Mich interessierte, wie der Film wohl in Polen aufgenommen worden ist. Bei Wiki steht folgendes:
In Polen wurde der Film von einigen als anti-polnisch und geschichtsfälschend kritisiert. Von der polnischen Anti-Diffamierungs-Liga (Reduta Dobrego Imienia) wurde eine Petition in die Wege geleitet. Sie kritisierte den Film, weil dieser die deutsche Besatzung ausblende und bei ungebildeten Zuschauern den Eindruck erwecken könnte, Polen sei für den Holocaust verantwortlich zu machen. Die Petition erhielt mehr als 40.000 Unterschriften.
Der Erstausstrahlung im polnischen Fernsehen war ein 12-minütiger kritischer Kommentar vorangestellt, der den Film als historisch ungenau, ein übermäßig negatives Bild Polens zeichnend, kritisierte und behauptete, dass der Gewinn des Oscars auf dessen pro-jüdische Sichtweise im „polnisch-jüdischen Konflikt“ zurückzuführen sei. Die Kommentar-Sendung rief Proteste der Europäischen Filmakademie sowie zahlreicher polnischer Filmemacher, wie Agnieszka Holland, Małgorzata Szumowska und Andrzej Wajda, hervor.
"Bei dir Andreas, könnte ich mir auch vorstellen, dass du in Rage geraten könntest wie bei Frantz."
Ist halt auch wieder ein historischer Stoff und es geht um große Fragen wie Schuld und das auch wieder in Kombination mit einer Liebesgeschichte.
Und seit den 60ern gibt es keine Notwendigkeit mehr in S/W zu drehen, also kann man bei jedem modernen S/W-Film den Vorwurf vorbringen, dass das Pseudo-S/W sei. Bekacktes Pseudo-S/W.
Glaube ich nicht, dass Andreas da so in Rage geraten würde. "Ida" habe ich leider noch nicht gesehen, aber "Cold War" war ja (allein optisch) auch so toll und damals mein Film des Jahres.
Und du meinst, wenn das dein Film des Jahres war, finden den alle anderen sowieso gut? In den Kommentaren unter "Cold War" steht: "Gleich nach dem Film gab's am Abend von der Hälfte der Anwesenden Fundamentalkritik. Das Verhalten der Protagonisten und damit die Liebesbeziehung sei überhaupt nicht nachvollziebar, hieß es."
Hier ein Text von Pawlikowsi selbst über die ungewöhnliche Enstehungsgeschichte von Ida: https://www.theguardian.com/film/2014/nov/21/pawel-pawlikowski-making-of-ida-polish-film
Mal gucken, werde den Film schnellstmöglich nachholen. Damals hatte ich mir mit Katrin 20 Minuten oder so angeguckt, und die hatten uns sehr gut gefallen (und nein, ich weiß nicht, warum wir ihn nicht weitergeguckt haben). Wenn ich mich recht erinner, lag das schauspielerische Niveau ungefähr zehn Stufen über dem "Frantz", das könnte schon mal einen Unterschied machen.
Und "Cold War" muss ich natürlich auch noch nachholen.
@Gunnar: Nein, aber ich finde, er ist einfach in jeglicher Hinsicht ein anderes Kaliber als "Frantz". Und ich habe die Reaktionen damals in der Runde als nicht so negativ in Erinnerung.
Kommentar veröffentlichen