Donnerstag, 26. Februar 2009

"Zulu Love Letter" (Südafrika 2004)



Am DO 26.2.09 bei Stefan:

gab es "Zulu Love Letter" (Südafrika/FR/Dtl. 2004) von Ramadan Suleman (OmU, auf Video, Quelle: arte)
für Heidrun, Sven, Gunnar, Silke und den Gastgeber.
Die Diskussion ging hoch her, daher wäre das Ergebnis einer nüchternen Abstimmung sehr interessant (siehe rechts) ...
Hier eine Besprechung, in der auf einen anderen "wundervollen" afrikanischen Film hingewiesen wird – endlich ein Titel auf der To-Look-Afrika-Liste. To be continued ...


zugefügt von Gunnar (und leicht modifiziert von Silke in bezug auf Aussagen über ihre Aussagen über den Film):

Das Filmlexikon:
"Eine südafrikanische Journalistin, Mutter einer taubstummen Tochter, droht an ihrer traumatischen Vergangenheit zu zerbrechen. Diese holt sie ein, als sie mit drei ehemaligen Geheimpolizisten konfrontiert wird, die eine Freiheitskämpferin ermordeten und sie selbst folterten. Der aus vielfachen Rückblenden bestehende, inszenatorisch schnörkellose Film konzentriert sich ganz auf seine überzeugenden Darsteller und ihre Geschichten und verdichtet sich zum zwingenden Porträt einer mutigen, gespaltenen Frau. Der spannende Versuch einer Vergangenheitsbewältigung aus der Perspektive der Gegenwart."

Silke fand den Film übrigens - trotz der politisch äußerst relevanten Thematik – richtig blöd, kritisierte den Plot das Drehbuch (der Plot selbst war so doof nicht) und die unbeholfene Machart, hatte nur lobende Worte für die Hauptdarstellerin übrig, die der Gastgeber dagegen ganz furchtbar fand. Ansonsten verteidigte er alle Vorwürfe wacker, fand offenbar, dass das eine gelungene filmische Beschäftigung mit den schlecht verheilten Wunden Südafrikas sei. Dass nicht mehr konkrete Details geliefert wurden – ein weiterer Kritikpunkt Silkes – fand er gerade gut.
Sven zeigte sich auch äußerst zufrieden, Heidrun fand ihn nicht schlecht, war offenbar aber auch wenig gefesselt und setzte unserem fortwährendem Gequatsche die Krone auf mit einer höchst unpassenden Bemerkung in der bewegendsten Szene, die mich allerdings eh wenig bewegt hat.

Als Kennerin von Land, Leuten und Geschichte sorgte sie aber dafür, das wir alle nach dem Abend schlauer waren als vorher.

Interessantes Thema, aber ein schlechter Film, fasste ich meine Kritik zusammen. Mir schien es, als habe jede Figur in diesem holprigen Unternehmen eine bestimmte Funktion, um die pädagogische Aussage zu transportieren. So äußerte ich auch gleich misstrauisch Zweifel daran, dass die taubstumme Tochter einfach nur mal so taubstumm sei, und richtig, das musste dann natürlich eine Folge von Folterungen der Mutter sein, wie sich später herausstellte.

Bei imdb hat der Film bei 38 Bewertungen die Durchschnittsnote 6,0. Die zwei Kommentatoren bei imdb sind ähnlich unterschiedlicher Meinung wir wir:

A: " The most honest movie about the legacy left by apartheid and the problems people have with the way things have turned out. The story is sadly a common one in our history, but the way the subject is handled is both new and accurate. I saw a screening in the company of a number of people who have lived through similar experiences, and the response was overwhelmingly positive, though obviously emotional. It's a much more real portrayal of the Truth and Reconcilition Commission and it's inherent problems than Red Dust, and much less influenced by foreign interests than the recent spate of movies about Africa. It's not an easy one to sit through, but well worth it."

B:" The scene is set in South Africa. After the fall of the Apartheid regime. Reconciliation is what the government wants and is probably the best solution if you want two people to live together. But do the people want to reconciliate ? How do you forgive a murderer ? How can you forgive racist crimes ? This is what the film deals with… but fails according to me. How can that be ? Well, there are so many pointless scenes that I kept thinking : "so what ?" "Get a move on", and eventually, "what time is it ?". Such a waste and such a disappointment. Is there a film director out there who would like to give this interesting subject a try "

Der im von Silke verlinkten Artikel als "großartiger afrikanischer Film" gepriesene "Mooladé" ist übrigens der letzte Film des offenbar renommiertesten Regisseurs des Kontinents, Ousmane Sembène. Vielleicht sollten wir uns wirklich einfach mal einen seiner Filme anschauen, als Start der Reihe "Gutes Afrikanisches Kino"?

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