Freitag, 25. Juli 2008

England!


Bei Sven am 24.07.08, außerdem anwesend waren Miriam, Stephan, Stefan, Andreas und als Gäste Ben und ausgerechnet aus Hannover Lutz

Regie: Achim von Borris, der nicht aus Hannover, sondern aus München kommt

Der junge Russe Waleri, der sich einst bei Aufräumarbeiten in Tschernobyl eine tödliche Krankheit eingefangen hat macht sich auf den Weg nach Berlin um seinen Freund Viktor zu finden und mit ihm den gemeinsamen Traum einer Reise nach England wahrzumachen. Er paddelt nachts auf einer Luftmatratze durch die Oder, kommt nach Berlin und erfährt von Viktors Selbstmord. Er gerät an einen russischen Geschäftsmann, der klischeehaft, aber möglicherweise auch realistisch, eher fragwürdiger Natur ist und verliebt sich in dessen Freundin. Ein Künstler, bei dem Waleri wohnt, wird sein Freund und begleitet ihn schließlich nach Calais, wo er am Strand stirbt und auf seiner Luftmatratze davonschwimmt.
Trauriges Thema, trauriger Film, der aber aufgrund seiner gelassenen Inszenierung und eines stilsicheren Drehbuchs gefällt. Es wird nichts dramatisiert und nichts beschönigt, sondern einfach und klar erzählt und der Hauptdarsteller Ivan Shvedoff spielt seine Figur so entspannt und liebenswert, dass trotz des (absehbar) traurigen Endes kein lähmendes Trauergefühl zurückbleibt, sondern eher der Eindruck einer sehenswerten und durchaus auch spannenden Geschichte.


imdb: 7,0

Originaltitel: England
Land, Jahr: Deutschland, 2000
Produktionsfirma: Tossell Pictures/ZDF Kleines Fernsehspiel/Studio Babelsberg/Independents/DFFB
Kinoverleih: Neue Visionen
Video-/DVD-Anbieter: Filmgalerie 451
Länge: 97 min
FSK: ab 6; f
Erstaufführung: 30.8.2001/4.3.2002 Video
Filmlexikon: Ein durch Tschernobyl vom Tod gezeichneter junger Ukrainer strandet auf der Suche nach seinem Freund in Berlin, wo er vorübergehend seinen Traum, einmal die Küste Englands zu sehen, aus den Augen verliert. Ein poetisch-einfühlsamer, nuanciert inszenierter Film, dem stilsicher der Spagat zwischen realistischem Stimmungsbild und philosophischer "Weltbeschreibung" gelingt, wobei er mit großer Zärtlichkeit die Nähe zu seinen entwurzelten Protagonisten findet und ihrer Weltverlorenheit, aber auch ihrem Lebensmut Konturen verleiht. Eine fragile, vom Zerfall bedrohte, aber von Lebensfreude und -würde geprägte Reisebeschreibung, fern von Hysterie und aufgesetzter Aufgeregtheit. Teils O.m.d.U.; Kinotipp der katholischen Filmkritik

3 Kommentare:

Gunnar hat gesagt…

Freut mich, dass du was aufgeschrieben hast. Nur leider liest´s keiner. Seit Wochen stimmt auch niemand mehr ab. Machen wir halt ein wenig auf Sparflamme weiter.

Miriam hat gesagt…

Stimmt ja gar nicht!

Gunnar hat gesagt…

Na dann is ja gut.