Freitag, 14. März 2008

Nacht der Gaukler


Am 13.3.08 gab es bei Sven die NACHT DER GAUKLER zu sehen, und schon der Titel reichte bei so manchem aus, um eigentlich keine Lust mehr zu haben, was dann auch im weiteren Verlauf durch unnützes Gerede und demonstratives Gähnen unterstrichen wurde. Auch Carmen wusste schon nach einem zweisekündigen Blick und sonstiger Abwesenheit zu berichten, dass der Film doof sei. Die Gaukler fanden die meisten dann aber nicht so schlimm, dafür aber den Rest, Gunnar vor allem die schauspielerischen Leistungen und das Drehbuch, Eva und Silke war das alles zu konfus und unlinear, Tish hat sich nicht geäußert, sondern geschlafen, Andreas hat auch geschlafen, aber immerhin genügend gesehen um die Kritik zu bestätigen. Miriam fand immerhin den Hauptdarsteller Pascal Walder, der auch einer der beiden Regisseure ist, nicht schlecht und zudem gut aussehend. Einzig ich, der Gastgeber konnte trotz der eingestandenen Schwächen überwiegend positives feststellen. Ich fand den Film sehr spannend und somit mitreißend, in angenehmem Maße experimentell, in Drehbuch und Kamera, die auch ein bisschen Stummfilmcharakter hat, sehr eigenständig und phantasievoll. Zudem wurde eine erstklassige Verfolgungsjagd mit sehr ungewöhnlicher und passender Gitarrenmusik geboten. All dies lässt mich problemlos über ungeübte Schauspieler und theaterhafte Sprache hinwegsehen. Die Geschichte des verfolgten oder paranoiden Kleinbürgers, der sich übermächtigen Institutionen ausgesetzt sieht und dem Wahnsinn näher rückt ist seit Kafka nicht neu, aber doch ein gutes Thema, das Filmschaffenden eine prima Plattform bietet für allerlei obskure Ideen, z.B. leere Holzkisten aus denen viel Blut läuft. Ich vergebe eine 2-.


NACHT DER GAUKLER, aus der Schweiz, von 1996, Regie Michael Steiner und Pascal Walder, der auch die Hauptrolle übernommen hat.

Bewertung: 3,8 (6 Stimmen)

Kritik in Variety von 1996

8 Kommentare:

Miriam hat gesagt…

Hey Zander, Glückwunsch zu Deinem ersten Eintrag! War doch gar nicht so schlimm, oder?

Andreas hat gesagt…

Schließe mich Miriams Jubel an. Und fast hättest Du mich davon überzeugt, dass es sich doch um einen guten Film handelte - aber eben nur fast ...

Gunnar hat gesagt…

@Sven: Freut mich, dass Du dir die Mühe gemacht hast. Wäre doch auch schade gewesen, wenn einer von uns Miesmachern das diese Woche übernommen hätte.
Inzwischen scheinst Du wieder etwas milder gestimmt zu sein: Wir kommen ja ganz glimpflich davon, "unnützes Gerede" gaben wir von uns, nicht etwa störendes dummes Gequatsche, das es fast unmöglich gemacht hat, der Handlung zu folgen.

Ob wir Eva und Silke wohl jemals unseren hübschen Blog sehen werden?

Stefan wird irgendwann im Herbst mal reingucken, schätze ich.

Andreas hat gesagt…

Nur um unsere Kritik an dem Film noch etwas deutlicher werden zu lassen: Er wirkte fast durchgehend wie der Abschlussfilm eines ehrgeizigen Filmstudenten, der unbedingt alles richtig machen will, dabei möglichst originell erscheinen und außerdem auch noch seine Kenntnis der Filmgeschichte demonstrieren möchte. Ich glaube, dass vor allem das Auseinanderklaffen von diesem Anspruch undden tatsächlich vorhandenen Fähigkeiten (v. a. was Schauspiel und Drehbuch angeht), zu unserem Unbehagen an dem Filom beigetragen hat.

Anonym hat gesagt…

Leider sind mir in meinem Beitrag ein paar orthografische oder andere irrelevante Fehler unterlaufen. Kann mir jemand einen Tipp geben, wie man die korrigieren kann?
Außerdem muss natürlich noch zu Protokoll genommen werden, dass Filmfreund Gunnar sich erdreistet hat, die "Nacht der Gaukler" mit der "Insel der Verdammten" oder wie der hieß zu vergleichen. Ein wahrhaft schelmenhafter Versuch, der Kategorie "in jeder Hinsicht letztrangig" endlich noch einen zweiten Titel hinzuzufügen.

Gunnar hat gesagt…

Einen Versuch war´s wert. Wenn niemand sonst mir da Konkurrenz macht, muss ich wohl selber einen noch schlechteren Film zeigen, zum Beispiel den "Bademeisterreport" auf den sich das "in jeder Hinsicht letztrangig" im Filmlexikon eigentlich bezog.

Silke hat gesagt…

Yes, I did it. Hab sogar schon abgestimmt für den letzten Film. Alles andere muß ich noch ein wenig üben.
Ist das übrigens unumgänglich, daß man sich selbst auch einen Blog einrichtet (wollt ich eigentlich nicht)? Wie dem auch sei: Ich habe jetzt meinen ersten, und ratet mal, wie der heißt? Richtig: Literaturprovinz. Danke Gunnar für die Inspiration. Ich nehme ab sofort Kaufgebote entgegen.

Gunnar hat gesagt…

Herzlich willkommen, Silke. Lustig, dass Du dann gleich übertreibst und einen eigenen Blog einrichtest. Bin gespannt.